„Inzwischen bin ich ausgebrannt“

Sie pflegt ihn zu Hause: Ottfried Fischers Frau rechnet mit Politik ab


27.06.2026 – 11:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Ottfried und Simone Fischer: Sie leben gemeinsam in Starnberg. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Ottfried Fischer leidet an Parkinson und ist auf Hilfe angewiesen. Diesen Job übernimmt seine Ehefrau Simone Fischer. Dafür bringt sie viele Opfer.

Seit 2007 sind Simone und Ottfried Fischer ein Paar. Sie wusste von Beginn an von seiner Parkinson-Erkrankung – obwohl sie zunächst nicht abschätzen konnte, was auf sie zukommen würde. Inzwischen braucht der ehemalige Schauspieler rund um die Uhr Hilfe. Ein Job, den seine Ehefrau gerne übernimmt – obwohl es hart ist.

Im Interview mit dem „Münchner Merkur“ erzählte sie von Ottfried Fischers derzeitigem Zustand. Ausflüge seien kaum noch möglich. „Es wird mit jedem Jahr beschwerlicher und weniger. Das Wegfahren haben wir jetzt ganz aufgegeben und auch ein Ausflug nach München ist nicht mehr so leicht zu stemmen“, so Simone Fischer.

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Bis vor Kurzem hatte sie einmal im Jahr eine Woche Urlaub gemacht. Doch auch das ist gestrichen: „Das geht nicht mehr, weil ich den Ottfried nicht mehr so lang alleinlassen mag, die Bedürfnisse haben sich verändert. Es ist schwierig, wenn man für sich keine Zeit mehr hat.“

Der 72-Jährige wiederum sei „selig“, dass er seine Ehefrau habe. Auch habe er Verständnis, wenn sie mal ungeduldig wird. „Solange ich da bin, kommt ein Pflegeheim nicht infrage. Uns beiden ist bewusst, wohin die Reise geht“, so Simone Fischer. Die beiden haben eine „super Beziehung“.

Simone Fischer rechnet mit der Politik ab

Die Politik und die Bürokratie fordern Simone Fischer jedoch an vielen Punkten heraus. „Es dauert Wochen, bis der Antrag auf Verhinderungspflege bearbeitet wird, inzwischen bin ich ausgebrannt. Die pflegenden Angehörigen haben oft gar keine Kraft mehr, auf die Barrikaden zu gehen“, klagte sie. „Für die neuesten Waffen ist immer Geld da, aber bei dem, was die ganze Gesellschaft angeht, wird eingespart.“

Auch Ottfried Fischer selbst machte dazu seine Haltung deutlich. „Die Legislative nimmt das alles ziemlich locker, die stimmen ab und die Betroffenen sollen schauen, wo sie das Geld herbringen“, sagte er.

Simone Fischer fehlt die Anerkennung. „Auch wenn wir uns finanziell keine Gedanken machen müssen, habe ich dieselben Sorgen wie jeder andere Pflegende, weil es keine adäquate Unterstützung gibt“, erklärte sie. Die Politik treibe die Ängste immer weiter, indem pflegenden Frauen Altersarmut droht und diese selbst niemanden mehr finden werden, der sie einmal pflegt. Sie forderte von der Politik eine bessere Rentenabsicherung und eine Entlohnung.

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