Regeländerung bei Handspiel gefordert
Nach Bayern-Kontroverse: Indirekter Freistoß statt Elfmeter?
29.04.2026 – 15:35 UhrLesedauer: 4 Min.
Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League liefern sich der FC Bayern und PSG einen Schlagabtausch. Joshua Kimmich fordert danach sogar eine Regeländerung – und ist damit nicht der Erste.
Es ist die Nachspielzeit der ersten Halbzeit im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain. Bei einem Flankenversuch von Paris-Stürmer Ousmane Dembélé bekommt Bayerns Alphonso Davies den Ball im eigenen Strafraum aus kurzer Distanz zunächst gegen den Oberschenkel und dann gegen die Hand. Schiedsrichter Sandro Schärer lässt zunächst weiterlaufen, doch der Videoassistent meldet sich – und nach Ansicht der Bilder zeigt Schärer auf den Punkt. Eine äußerst harte Entscheidung aus Sicht der Bayern – mit Konsequenzen: Paris verwandelte den Elfmeter zum 3:2 und gewann am Ende mit 5:4.
Auch deshalb bemängelte Joshua Kimmich die Entscheidung. Nach dem Spiel sagte er bei Amazon Prime: „Den Handelfmeter habe ich nicht noch mal gesehen, aber ist auch eher Kategorie unglücklich.“ Er kritisierte: „Es ist halt nicht im Sinne des Sports.“ Hinter Davies stehe in der Szene kein Gegenspieler, der ein Tor erzielen könne, so Kimmich. Er fordert sogar eine Regeländerung: „Ich finde, da könnte man schon die Regel anpassen, dass nicht jedes Handspiel im Sechzehner ein Elfmeter ist, denn du kriegst einen Ball vom Knie an die Hand und die Strafe dafür ist schon sehr entscheidend in einem Champions-League-Halbfinale“, so Kimmich.
Auch für t-online-Kolumnist Stefan Effenberg hätte es in der Situation keinen Elfmeter geben dürfen. „Bei der Flanke von Paris‘ Ousmane Dembélé prallte der Ball zunächst gegen Davies‘ Oberschenkel und von dort aus dann gegen den linken Arm des Kanadiers. Was soll er da denn machen?“, so Effenberg. „Ich bin da voll bei Bayerns Joshua Kimmich, der nach der Partie eine Regeländerung oder zumindest Regelanpassung gefordert hat, um solche Entscheidungen künftig zu verhindern. Denn die aktuellen Verhältnisse sind aus der Sicht der Spieler, aber auch für frühere Aktive und Fans einfach nicht im Sinne des Fußballs“, kritisiert auch er.
Die Schiedsrichter setzten letztlich nur „das verquaste Regelwerk“ um. „Ihnen sind dabei die Hände gebunden, sie haben wenig bis gar keinen Spielraum“, so Effenberg. „Das Regelwerk knebelt die Schiedsrichter, von denen verlangt wird, sich sklavisch daran zu halten. Und ich muss es so deutlich sagen: Das ist mitunter völlig bescheuert, was dort geschrieben steht, nicht nur bei der Handspielregel“, wird er deutlich. Es müsse sich etwas ändern. „Denn mit klareren, angepassten Regeln wäre allen geholfen: den Schiedsrichtern, die entlastet würden. Den Spielern, die endlich genau wüssten, woran sie sind. Und auch den Fans, die die Entscheidungen besser nachvollziehen könnten.“











