„Das ist katastrophal“

Touristenmagnet gibt „Atlantis“ frei


26.07.2026 – 11:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Schiff auf dem Edersee: Die Felsen rechts liegen bei Normalstand unter Wasser. (Quelle: Stefan Rampfel/dpa)

Ein See in Hessen wurde 1913 aufgestaut, mehrere Orte versanken im Wasser. Jetzt kommen sie wieder zum Vorschein – laut Regionalverband ist das eine Katastrophe.

Eine wichtige Talsperre in Hessen ist nahezu leer: Der Edersee, der drittgrößte Stausee Deutschlands, ist nur noch zu knapp 20 Prozent gefüllt.

„Das ist für uns katastrophal“, erklärt Thomas Hennig vom Regionalverband Eder-Diemel (RVED), einer Interessenvertretung von Kommunen, Wassersportlern, Hoteliers und Gastronomen. Denn: Der Edersee gilt eigentlich als Touristenmagnet im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Aber wer derzeit darin baden will, muss zunächst einen längeren Weg über Sand und Gestein zurücklegen.

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Wassersport ist mitten in den Sommerferien kaum noch möglich: „Unser Betrieb hat im zweiten Jahr Umsatzverluste von 50 Prozent“, berichtet Hennig, der eine Segelschule betreibt und Unterkünfte anbietet. Viele Betriebe stünden mit dem Rücken zur Wand. „Es ist inzwischen jeder dritte Betrieb zu veräußern. Aber wer will das kaufen? Wer will das kaufen, wenn wir kein Wasser im See haben?“

Tretboote liegen auf dem trockenen Grund des Edersees. (Quelle: Stefan Rampfel/dpa)

„Edersee-Atlantis“ früher als sonst aufgetaucht

Fehlende Niederschläge haben auch schon in den Vorjahren dazu geführt, dass das sogenannte „Edersee-Atlantis“ zum Vorschein kommt. Als 1913 die Sperrmauer gebaut wurde, mussten drei Dörfer weichen.

Das „Edersee-Atlantis“ (Archivbild): Schon 2025 fiel die Füllmarke des Trinkwasser-Stausees auf unter 20 Prozent, woraufhin Touristen die Überreste eines für den künstlichen See aufgegebenen Dorfs anschauen konnten. (Quelle: IMAGO/imago)

Heute kann man die Überreste dieser Dörfer bei Niedrigwasser begutachten. In diesem Jahr tauchten die Überreste der Siedlungen bereits vergleichsweise früh auf. Zurzeit seien die Aseler Brücke und die Dorfstellen Berich und Alt-Bringhausen sichtbar, sagt Lisa Brüne, Pressesprecherin der Edersee Marketing GmbH. Normalerweise gebe der Edersee die Ruinen erst im Herbst preis.

Die Aseler Brücke sollte zu dieser Jahreszeit vom Stausee überspült sein. (Quelle: Stefan Rampfel/dpa)
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