1.100 Jobs gefährdet

Kartellamt bremst Edeka bei großem Supermarkt-Deal

30.07.2026 – 19:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Firmensitz von Edeka in der City Nord in Hamburg (Archivbild): Die Supermarkt-Kette will zahlreiche Filialen eines Konkurrenten übernehmen. (Quelle: IMAGO / Waldmüller)

Edeka will rund 200 Tegut-Märkte übernehmen. Das Kartellamt stellt sich quer – nun macht der Hamburger Händler Zugeständnisse.

Der Hamburger Lebensmittelhändler Edeka kann voraussichtlich nicht so viele Tegut-Filialen übernehmen wie geplant. Das Bundeskartellamt hat bei 38 Märkten Wettbewerbsbedenken. Edeka könnte dort nach dem Erwerb eine zu starke Marktstellung erreichen, teilte ein Behördensprecher auf Nachfrage mit.

Die Schweizer Migros-Gruppe hatte im März angekündigt, Tegut zu verkaufen und die Marke aufzugeben. Edeka will rund 200 Supermärkte übernehmen. Das Bundeskartellamt könne den Kauf jedoch nicht in der geplanten Form genehmigen, sagte der Sprecher. Die Behörde informierte Edeka darüber in einem vorläufigen Entscheidungsentwurf. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet.

Edeka bietet Kartellamt Kompromiss an

Edeka erklärte zu dem Verfahren lediglich: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns nicht äußern können, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.“ Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bietet das Unternehmen nun an, auf neun der 38 umstrittenen Standorte zu verzichten. Das Bundeskartellamt verlängerte die Frist für das Hauptprüfverfahren daraufhin um einen Monat bis zum 23. September.

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Sollten alle 38 Tegut-Märkte aus dem Übernahmepaket herausfallen, wären nach Angaben aus Unternehmenskreisen etwa 1.100 Arbeitsplätze gefährdet. Die meisten betroffenen Filialen liegen in Hessen und Bayern. Edeka will außerdem das Tegut-Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger und rund 40 personallose „Teo“-Minimärkte übernehmen.

Bremer Kette sicherte sich tegut-Filialen

Auch andere Handelsketten interessieren sich für Tegut. Rewe möchte bis zu 40 Filialen übernehmen. Das Bundeskartellamt prüft diesen Kauf noch. Die Smart-Store-Kette Tante Enso aus Bremen erhielt bereits im Juni die Freigabe für 36 Supermärkte.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette betreibt Märkte in sechs Bundesländern, die meisten davon in Hessen.

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