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Home » Echtzeitüberweisungen: Banken kämpfen gegen Betrugswelle
Wirtschaft

Echtzeitüberweisungen: Banken kämpfen gegen Betrugswelle

MitarbeiterBy MitarbeiterMärz 4, 2026
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Echtzeitüberweisungen: Banken kämpfen gegen Betrugswelle

Täuschend echt dank KI

Wie Echtzeitüberweisungen Bankbetrug erleichtern


04.03.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 4 Min.

Online bezahlen mit der Kreditkarte und dem HandyVergrößern des Bildes

Smartphone und Kreditkarte: Sofortüberweisungen erhöhen das Risiko für Betrug. (Quelle: travelism)

Das Konto ist plötzlich leer und die Bank konnte nichts mehr stoppen. Wie Betrüger mit KI und Instant Payments immer schneller zuschlagen.

Betrugsversuche gegen Banken nehmen spürbar zu. Das zeigt eine Befragung von 1.200 Führungskräften aus dem Bankensektor. Laut einer aktuellen Studie eröffnet Kriminellen vor allem die zunehmende Verbreitung schneller Zahlverfahren wie Echtzeitüberweisungen neue Angriffsmöglichkeiten. Professionell organisierte Tätergruppen nutzen diese Entwicklung gezielt aus.

Im Gespräch mit t-online erklärt Mathias Schollmeyer, Experte für Betrugs- und Finanzkriminalität bei BioCatch, warum viele Angriffe nicht direkt auf Bankensysteme zielen, sondern auf die Kunden selbst, und was diese unternehmen können, um ihr Konto zu schützen.

„Unsere aktuelle Umfrage zu Betrugsrisiken im Bankensektor zeigt eindeutig: Deutsche Banken sehen sich mit stetig wachsenden Betrugsversuchen und -verlusten konfrontiert“, sagt Mathias Schollmeyer. Die Entwicklung wird insbesondere vor dem Hintergrund neuer Angriffsmethoden und des wachsenden Einsatzes von Echtzeitzahlungen gesehen. Dies geht aus den Ergebnissen der BioCatch-Studie hervor. BioCatch ist ein Unternehmen, das mithilfe von Verhaltensanalyse und KI Betrug im Onlinebanking erkennt.

Konkrete Schadenssummen nennen die befragten Banken allerdings nicht. Diese Daten gelten meist als vertraulich. Zudem gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Betroffene Betrugsfälle aus Scham gar nicht melden oder anzeigen.

Nach Einschätzung von Schollmeyer sind Banken technisch heute deutlich besser geschützt als früher. Angriffe richten sich deshalb meist nicht gegen die Infrastruktur der Institute, sondern gegen Menschen.

„Die überwältigende Mehrheit der Betrugsfälle richtet sich gegen das schwächste Glied der Kette – und das sind leider die Bankkunden“, sagt Schollmeyer. Täter arbeiten mit Social Engineering, geben sich etwa als Bankmitarbeiter aus oder locken Opfer auf täuschend echte Webseiten.

Von persönlicher Schuld könne jedoch keine Rede sein. „Menschen zu manipulieren, ist hier das Geschäftsmodell – nicht menschliches Versagen.“

Auch Künstliche Intelligenz verändert die Betrugslandschaft. Während Banken strenge regulatorische Vorgaben einhalten müssen, nutzen Kriminelle neue Technologien nahezu ungebremst.

„Selbst große KI-Werkzeuge werden missbraucht, um Stimmen zu fälschen, realistische Phishing-Nachrichten zu erzeugen oder Fake-Identitäten aufzubauen“, erklärt Schollmeyer. Neben frei zugänglichen Tools existiere inzwischen ein ganzer Untergrundmarkt mit speziell für Betrug entwickelten KI-Systemen.

Die Technik ermöglicht es Betrügern, Phishing-Webseiten automatisiert zu erstellen, Deepfake-Stimmen für Telefonbetrug zu nutzen und Tausende Angriffe gleichzeitig zu orchestrieren. „Die Qualität und Geschwindigkeit dieser Angriffe wären ohne KI undenkbar.“

Wenn Ihr Konto betroffen ist, zählt jede Minute. „Das Wichtigste ist, wie schnell reagiert wird“, sagt Schollmeyer. Betroffene sollten sofort ihre Bank über offizielle Kanäle informieren, Zugänge sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten. Zusätzlich empfiehlt er, Passwörter zu ändern und alle Kontakte mit den Tätern zu dokumentieren.

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