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Home » Ebola-Ausbruch im Kongo: Experten sehen keine Pandemiegefahr
Gesundheit

Ebola-Ausbruch im Kongo: Experten sehen keine Pandemiegefahr

MitarbeiterBy MitarbeiterMai 20, 2026
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Ebola-Ausbruch im Kongo: Experten sehen keine Pandemiegefahr

Ebola-Ausbruch

So schätzen Experten das weltweite Risiko ein

20.05.2026 – 17:39 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ein Mann in Schutzkleidung verlässt ein Quarantänezelt (Symbolbild): Um einen Ebola-Ausbruch einzudämmen, sind geeignete Schutzmaßnahmen notwendig. (Quelle: Liudmila Chernetska/getty-images-bilder)

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Im Kongo fordert die aktuelle Ebola-Epidemie bereits mehr als 130 Todesopfer. Nun haben Experten bewertet, inwieweit der Rest der Welt Grund zur Sorge hat.

Nach dem Ebola-Ausbruch in Zentralafrika bleibt die Lage angesichts der steigenden Erkrankungs- und Todesfälle ernst. Internationale Experten sehen derzeit jedoch keine Gefahr für eine Pandemie. Das teilte die Vorsitzende des Ebola-Notfallausschusses, Lucille Blumberg, mit. Der Ausschuss besteht aus unabhängigen Spezialistinnen und Spezialisten und berät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Blumberg erklärte weiter, dass nach Meinung des Ausschusses auch die Kriterien für einen Pandemie-Notstand nicht erfüllt sind.

Eine Pandemie-Notlage zu erklären, wäre die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann, damit Länder umfangreiche Schutzmaßnahmen ergreifen. Anders als das Virus, das die Covid-Pandemie ausgelöst hat, wird das Ebola-Virus aber nur durch engen Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen, nicht durch zufällige Kontakte mit der Person, sagte Blumberg.

Fallzahlen steigen, Dunkelziffer vermutlich hoch

In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 500 Ebola-Verdachtsfälle und mehr als 130 vermutete Todesfälle, der Großteil davon im Kongo. Einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt.

Die WHO geht davon aus, dass die wahre Zahl deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden. Der Ausbruch passiert in der Unruheprovinz Ituri, wo nach Kämpfen rund 100.000 Menschen auf der Flucht sind. In solchen Situationen ist eine gute Gesundheitsversorgung schwierig. Die Provinz grenzt an Uganda und Südsudan.

Infizierter Amerikaner in der Charité

In Berlin kam unterdessen in der Nacht in einem speziell ausgestatteten Krankentransporter ein amerikanischer Arzt an, der sich im Kongo angesteckt hatte. Er wurde auf Bitten der US-Behörden in Deutschland aufgenommen. „Zum jetzigen Zeitpunkt äußern wir uns nicht zum Gesundheitszustand des Patienten“, teilten das Bundesgesundheitsministerium und das Krankenhaus Charité mit. Der Mann befindet sich in der geschützten Sonderisolierstation des Universitätsklinikums.

Keine Reisebeschränkungen vorgesehen

Da sich das Ebola-Virus nicht so leicht überträgt wie etwa das Coronavirus, sondern nur durch Kontakt zu Körperflüssigkeiten infizierter Personen, sieht der Ebola-Notfallausschuss keinen Anlass für weitere Zwangsmaßnahmen. „Reisebeschränkungen sind unter den Regularien der Internationalen Gesundheitsvorschriften nicht empfohlen“, sagte Blumberg.

Die Empfehlungen des Ausschusses seien die gleichen wie bei anderen Ausbrüchen: Kranke isolieren, Gesundheitspersonal schützen, Kontakte der Kranken überwachen und bei Bedarf isolieren, Begräbnisse so gestalten, dass keine Ansteckungsgefahr besteht.

Trotzdem hat das benachbarte Ruanda seine Grenze zum Osten des Kongo bereits geschlossen. Die USA haben für den Kongo ihre höchste Reisewarnung herausgegeben und Einreisebeschränkungen für Personen ohne US-Pass verhängt, die sich kürzlich im Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben.

Impfstoffe noch in weiter Ferne

Bei dem aktuellen Geschehen handelt es sich um den insgesamt 17. Ausbruch im Kongo seit 1976. Ebola ist eine hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Die WHO hat Szenarien entwickelt, wie sich die Lage in der betroffenen Region entwickeln könnte. Sie hält 400 bis 800 Todesfälle für möglich, in einem „Worst-Case-Szenario“ auch 1.000 Todesfälle, sagte WHO-Spezialistin Marie-Roseline Belizaire.

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