E-Mails am letzten Werktag: Mit unfreundlichen Grüßen

Herr R. hatte die Vorsprung voll. Qua ob es nicht gereicht hätte, dass seine Chefin ihm die letzten Monate – ach welches, Jahre – zur Hölle gemacht hatte. Sie hatte sich nebensächlich noch jede Menge Gemeinheiten für jedes seinen Weggang aufgehoben. In welcher Industrie schlecht extra ihn geredet. Seine Wortmeldungen in Konferenzen unberücksichtigt. Den befristeten Vertrag seiner Lieblingskollegin nicht verlängert. Ostentativ seine Abschiedsfeier boykottiert.

Nadine Bös

Redakteurin in welcher Wirtschaft, zuständig für jedes „Fachgebiet und Risiko“.

Nun war er endlich gekommen, sein Schlusslicht Werktag. Dieser Zeitpunkt, die Abschiedsmail zu tippen. R. holte tief Luft, öffnete Outlook und begann sich den Frust von welcher Seele zu schreiben:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachher vielen Jahren voller Überstunden, Unterbezahlung und schlechtem Umgang habe ich mich entschlossen, ebendiese Firma zu verlassen. Selbst habe meine Wettkampf seither keine Sekunde bereut – und dasjenige wird nebensächlich nicht so kommen. Dieser Ton, welcher hier herrscht, die ewig gestrige Positionierung, die unsäglichen strategischen Entscheidungen; all dasjenige erscheint mir nicht mehr erträglich, um nicht zu sagen: Es k. . . mich an. Nicht nur ich, viele hier sind dem Burnout nah oder nach sich ziehen sich schon krankschreiben lassen. Zurückgezogen die Geschäftsführung wirtschaftet den Laden runter und scheffelt nebensächlich noch Geld in diesem Fall. Pfui! Und denn wäre dasjenige noch nicht genug, gelingt es noch nicht einmal, diejenigen, die schon gekündigt nach sich ziehen, mit Etikette und Würde umziehen zu lassen. Stattdessen wird nachgetreten und Unfug in welcher Öffentlichkeit verbreitet. Noch mal pfui! Ganz ehrlich: Selbst möchte mit diesem Laden nichts mehr zu tun nach sich ziehen.

Mit unfreundlichen Grüßen, R.

R. ließ den Mauszeiger nachher sinister oben wandern, dann nicht kultiviert er unvermittelt ab, markierte seinen Text und überschrieb ihn zügig:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute ist mein Schlusslicht Werktag in diesem Unternehmen. Wer mich künftig klappen will, schickt mir eine elektronischer Brief unter R@privat.de.

Vielen Dankeschön für jedes was auch immer

Euer/Ihr R.

Dann drückte er hinauf „Senden“.

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