Nach Testphase

Österreich zieht E-Polizeiautos den Stecker


27.02.2026 – 12:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Polizeiauto in Österreich (Symbolbild): In einem Versuch haben sich E-Autos nicht bewährt. (Quelle: Matthias Röder/dpa/dpa-bilder)

Zu langsam, zu schwer, teils zu eng: Österreichs Polizei beendet ihr Elektroauto-Testprojekt. Doch in der Praxis zeigten sich auch gute Aspekte.

Österreichs Polizei stellt ihr Testprojekt mit Elektrofahrzeugen ein. Das Innenministerium bestätigte laut ORF einen Bericht des „Kurier“, dass das im Januar 2024 gestartete Projekt „Tron“ zum Jahresende beendet wird. 24 E-Autos waren unter realen Einsatzbedingungen im Streifendienst erprobt worden.

„Die bisherigen vorläufigen Testergebnisse zeigen, dass E-Fahrzeuge für den operativen Polizeieinsatz nur eingeschränkt geeignet sind“, teilte das Ministerium mit.

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Fahrzeugtypen getestet, darunter VW ID.3 und VW ID.4 sowie ein Porsche Taycan für den Autobahneinsatz. Die Fahrzeuge waren in Tirol, Salzburg, Niederösterreich und Wien im Einsatz. Ziel war es, Erfahrungen unter Alltagsbedingungen zu sammeln, etwa im regulären Streifendienst oder bei Verkehrskontrollen.

Im folgenden Video sehen Sie einen ID.4 im Einsatz:

Nach Angaben des Ministeriums zeigten sich verschiedene Herausforderungen. Neben der Ladeinfrastruktur spielte das zusätzliche Gewicht durch Funktechnik, Schutzausrüstung und weitere Einsatzmittel eine Rolle.

Nach Berichten erwies sich zudem das Platzangebot in einzelnen Modellen als begrenzt. Auch die auf Touchscreens basierende Bedienung wurde im Einsatz als wenig praktikabel beschrieben. Bei den getesteten VW-Modellen endet die Höchstgeschwindigkeit bei 160 km/h – ein Aspekt, der insbesondere bei Autobahneinsätzen relevant sein kann.

Im Probebetrieb wurde bei niedrigem Batteriestand pragmatisch reagiert: In solchen Fällen stiegen die Beamten auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor um.

Nicht in allen Bereichen fiel die Bilanz negativ aus. „Positiv beurteilt wird aktuell lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des polizeilichen Einsatzgeschehens. Diese Einschätzungen decken sich teilweise auch mit den Erfahrungen anderer Blaulichtorganisationen“, erklärte das Innenministerium.

Auch bei Rettungsdiensten oder der Feuerwehr kommen Elektrofahrzeuge zum Einsatz, allerdings nicht als tragende Säule der Flotte. Neue Notarzteinsatzfahrzeuge werden weiterhin mit Verbrennungsmotor beschafft, klassische Rettungswagen bleiben ebenfalls Dieselmodelle.

Eine grundsätzliche Absage an alternative Antriebe bedeutet nicht das Ende des Projekts. Das Ministerium laut ORF kündigte an: „In den kommenden Jahren wird eine laufende Marktbeobachtung erfolgen, da im Bereich alternativer Antriebsformen weiterhin mit raschen technischen Weiterentwicklungen zu rechnen ist.“

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