Ausflugstipp in Düsseldorf

Kleines Barockwunder am Rhein besuchen


Aktualisiert am 03.06.2026 – 22:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Friedrich Barbarossas Pfalz nahe Kaiserswerth: Früher war die Stadt ein Stützpunkt der deutschen Kaiser, heute ist sie ein abgelegener Erholungsort. (Quelle: IMAGO/Volker Preusser)

Im Norden Düsseldorfs kann man ein kleines Stück Barockzeit entdecken. Kaiserswerth lockt mit Geschichte, Rheinblick und einer legendären Currywurst.

Während im Jahr 1850 das gesamte Gebiet zwischen Rhein und Ruhr zum größten Industriegebiet Europas heranwächst, trotzt ein kleines Dorf dem Wandel der Zeit: Kaiserswerth im Norden Düsseldorfs. Inmitten von Eisenbahnen, Fabrikschornsteinen und dem Lärm der Moderne bewahrt der Ort seinen Charakter als barockes Städtchen am Rhein – und das bis in die Gegenwart.

Kaiserpfalz von Friedrich Barbarossa (Archivbild): Um diese Burg wurden so viele Schlachten geführt, dass heute nur noch eine Ruine übrig ist. (Quelle: Volker Preusser/imago-images-bilder)

Viele enge Gässchen und mehrere Sehenswürdigkeiten prägen Kaiserswerth: ein Kapuzinerkloster, ein altes Zollhaus, eine Basilika mit 700 Jahre alten Reliquien, Festungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert sowie die Burg von Kaiser Friedrich Barbarossa. Die überwiegend gut erhaltenen Gebäude erzählen von der bewegten Geschichte des heute so beschaulichen Ortes.

Eine Karte von Kaiserswerth um das Jahr 1700 (Archivfoto): Heute strotzt der Ort nur noch vor Geschichte, aber nicht mehr vor Waffen. (Quelle: Lars Heidrich)

Von der Festungsinsel zum Ruhepol

Werth ist ein altes Wort für Insel – und tatsächlich war das Städtchen einst von Wasser umgeben, bevor der Rhein an dieser Stelle verlandete. Mit einer Burg direkt am Ufer sicherten Barbarossa und seine Nachfolger den strategisch bedeutsamen Punkt am Fluss und kassierten Zoll von den Vorbeifahrenden.

Kaiserswerth aus der Luft (Archivbild): Bekannt ist der Stadtteil für seine zahlreichen Gässchen. (Quelle: stock&people/imago-images-bilder)

Später wurde der ganze Ort zur Festung ausgebaut und vor allem im 17. und 18. Jahrhundert Schauplatz mehrerer Schlachten zwischen deutschen und französischen Truppen, die große Teile von Kaiserswerth zerstörten. Später, während der Industrialisierung, verlor Kaiserswerth seine Bedeutung, denn es wurde kaum an die schnell wachsenden Städte der Region angebunden.

Zahlreiche Wandermöglichkeiten

Lindenallee am Rhein: Hier lohnen sich Wanderungen und Radtouren. (Quelle: Malte Bollmeier)

Bis heute prägen viele Barockhäuser mit ihren typischen Stufengiebeln den Stadtkern. Besonders hübsch ist das „Schiffchen“ mit seinen hohen Fenstern und der goldenen Inschrift. Abgesehen davon bietet Kaiserswerth mehrere Museen sowie Gaststätten und Imbisse. Es gibt wenig Verkehr im Ort und die Autos fahren meist kaum schneller als Schrittgeschwindigkeit. Zum Spazierengehen empfehlen sich die Wanderwege um den Ort, die Rheinpromenade oder die etwas weiter oberhalb der Promenade gelegene Lindenallee.

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