Nach Infektionen auf Kreuzfahrtschiff

Droht nun auch in Deutschland ein Andesvirus-Ausbruch?


08.05.2026 – 12:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz in der Bahn (Symbolbild): Die Ereignisse rund um den Hantavirus-Ausbruch wecken bei vielen Menschen Erinnerungen an den Beginn der Corona-Pandemie. (Quelle: andresr/getty-images-bilder)

Wegen der aktuellen Hantavirus-Fälle besteht vielfach die Sorge, dass sich die Infektion weiter ausbreitet. Lesen Sie, wie Fachleute die Lage einschätzen.

Auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind seit dem 6. April 2026 mehrere, teils tödlich verlaufende Erkrankungen aufgetreten. Noch bevor das Hantavirus als Auslöser identifiziert war, haben 29 Passagiere das Schiff auf der Insel St. Helena im Südatlantik verlassen und sind abgereist. Besteht somit das Risiko, dass sich die Infektion auch in Deutschland ausbreitet? Oder könnte sich gar eine neue Pandemie entwickeln?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beantwortet diese Frage klar mit Nein: Die aktuellen Ereignisse sind nicht der Beginn einer Pandemie, sondern ein begrenzter und kontrollierbarer Ausbruch, von dem nur ein geringes Risiko für die breite Öffentlichkeit ausgeht.

Nicht völlig auszuschließen ist jedoch, dass sich ausgehend von infizierten Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, neue Infektionsketten bilden könnten. Denn für den Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff ist eine besondere Virusvariante verantwortlich: das südamerikanische Andesvirus. Dieses ist die einzige Hantavirus-Variante, die zwischen Menschen übertragbar ist.

Hinzu kommt, dass zwischen der Ansteckung mit dem Hantavirus und dem Ausbruch der Erkrankung je nach Virustyp im Extremfall bis zu 60 Tage vergehen können. Beim Andesvirus kann die Inkubationszeit laut WHO bis zu sechs Wochen dauern. Eine Infektion kann also lange unerkannt bleiben.

Wer nach so langer Zeit erste Symptome entwickelt, denkt dann eventuell nicht sofort daran, dass eine Hantavirus-Infektion dahinterstecken könnte – zumal die Erkrankung auch unauffällig verlaufen kann. So könnte sich das Andesvirus unbemerkt auf Kontaktpersonen übertragen.

Die WHO betont aber, dass das Andesvirus nicht mit hochansteckenden Viren wie Grippe oder Corona vergleichbar ist. Sprich: Bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist die südamerikanische Variante des Hantavirus deutlich weniger effizient. Flüchtige Kontakte reichen für eine Ansteckung nicht aus, sondern ausschließlich enge und längere Kontakte. Dazu zählen unter anderem:

Mithilfe bewährter Hygiene- und sonstiger Infektionsschutzmaßnahmen im Umgang mit Erkrankungs- und Verdachtsfällen sind Andesvirus-Ausbrüche nach Einschätzung der WHO daher gut eindämmbar. Wichtig ist, sich des Risikos bewusst zu sein und beim ersten Anzeichen für eine mögliche Hantavirus-Erkrankung sofort ärztliche Hilfe zu suchen: Das hilft nicht nur, eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, sondern kann auch schwere oder gar tödliche Krankheitsverläufe abwenden.

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