Medienbericht
Dreigestirn lässt Woelki abblitzen – Karneval ohne Erzbischof
10.02.2026 – 05:58 UhrLesedauer: 1 Min.
Eiszeit in Köln: Das Dreigestirn meidet den Erzbischof. Stattdessen besucht es zwei andere Geistliche. Was hinter dem Affront steckt.
Das Kölner Dreigestirn stattet Kardinal Rainer Woelki wohl auch in dieser Session keinen Besuch ab. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstagausgabe) berichtet, lässt das närrische Trio die Audienz beim Erzbischof erneut ausfallen. Über Jahre hinweg sei der Empfang im erzbischöflichen Haus fester Bestandteil der Session gewesen, zuletzt 2020.
Festkomitee-Sprecher Michael Kramp begründete den Verzicht dem Blatt zufolge mit Corona und der vom Papst angeordneten Auszeit Woelkis. Stattdessen empfange das Dreigestirn nun Stadtdechant Robert Kleine und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. Kleine habe in diesem Jahr sogar die Festrede gehalten. Die Kirche gehöre weiterhin zum Karneval, so Kramp, aber es gebe keinen Automatismus bei Einladungen.
Der Konflikt schwelt laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ seit 2022. Damals sei Woelki wegen seiner Rolle im Missbrauchsskandal nicht zur Prinzenproklamation eingeladen worden. 2023 habe das Festkomitee den Kardinal kritisiert, nachdem dieser einen Pfarrer abgemahnt hatte, der gleichgeschlechtliche Paare gesegnet hatte. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn erklärte damals: „Bei uns ist Platz für jeden Jeck, egal wen er liebt.“
Auf Anfragen der Zeitung habe Woelki nicht reagiert. Unbeantwortet blieben demnach die Fragen, ob er das Dreigestirn eingeladen habe und welche Karnevalsveranstaltungen er besuche.
