Sie könnten miteinander verschmelzen
Wissenschaftler entdecken drei supermassive Schwarze Löcher
20.08.2026 – 10:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein internationales Forscherteam hat gleich drei aktive Schwarze Löcher in einer Galaxie entdeckt. Zwei davon steuern auf eine Kollision zu.
Wissenschaftler haben in einer weit entfernten Galaxie drei supermassive Schwarze Löcher aufgespürt, die aktiv Materie verschlingen. Das Licht der Galaxie hat 12,5 Milliarden Jahre gebraucht, um die Erde zu erreichen – die Forscher sehen die Galaxie also so, wie sie nur rund 1,2 Milliarden Jahre nach dem Urknall aussah.
Die Entdeckung gelang einem internationalen Team unter Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching mithilfe des James Webb Space Telescope (JWST). Die Studie wurde im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht. Studienleiterin Hannah Übler vom MPE erklärt: „Dies ist der erste Nachweis von drei aktiven Schwarzen Löchern in einer einzigen Galaxie im fernen Universum.“
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Zwei der Schwarzen Löcher befinden sich im Zentrum der Galaxie und sind nur rund 620 Lichtjahre voneinander entfernt. Das größere hat eine Masse von etwa 80 Millionen Sonnenmassen, das andere bringt es auf rund 600.000 Sonnenmassen. Letzteres wächst trotz seiner verhältnismäßig geringen Größe mit erstaunlicher Geschwindigkeit: Es verschlingt Materie schneller, als es gängige Modelle erwarten lassen. Dieser Zustand kann nur für begrenzte Zeit anhalten.
Was ist eine Sonnenmasse?
Eine Sonnenmasse ist eine Maßeinheit in der Astronomie und entspricht der Masse unserer Sonne, also etwa 2 Quintillionen (eine Zwei mit 30 Nullen) Kilogramm. In Sonnenmassen lässt sich die Masse von Sternen, Galaxien oder Schwarzen Löchern einfacher angeben.
Zwei Löcher könnten „bald“ fusionieren
Das dritte Schwarze Loch liegt weiter außen in der Galaxie und hat eine Masse von etwa zwei Millionen Sonnenmassen – ungefähr halb so viel wie das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße.
Das zentrale Paar dürfte innerhalb von weniger als 700 Millionen Jahren miteinander verschmelzen. Die Entdeckung legt nahe, dass solche Verschmelzungen im frühen Universum eine entscheidende Ursache dafür waren, dass Schwarze Löcher so schnell so groß werden konnten.
Beim dritten Schwarzen Loch ist die Lage weniger eindeutig. Es könnte auf die anderen beiden zu sinken und sich ebenfalls mit ihnen verbinden – oder aber durch Gravitationskräfte aus der Galaxie herausgeschleudert werden und danach einsam und dunkel durch den intergalaktischen Raum treiben.
