Laut großer Analyse
Drei Lebensgewohnheiten können das Demenzrisiko senken
09.04.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Demenz ist meist nicht heilbar, weshalb vorbeugende Maßnahmen umso bedeutsamer sind. Eine neue Studie zeigt, welches Alltagsverhalten dabei helfen könnte.
Allein in Deutschland leben schätzungsweise 1,4 bis 1,8 Millionen Menschen mit Demenz – Tendenz steigend. Wer sich jedoch regelmäßig bewegt, ausreichend schläft und nicht zu viel Zeit mit Sitzen verbringt, kann sein Erkrankungsrisiko wohl deutlich verringern: Das hat ein Forschungsteam der York University in Kanada in einer großen Metaanalyse von 69 Langzeitstudien herausgefunden.
Hinter einer Demenz steckt meist Alzheimer
Demenzerkrankungen treten überwiegend im hohen Alter auf: Von den 65- bis 69-Jährigen sind etwas mehr als ein Prozent erkrankt, von den 80- bis 84-Jährigen rund zehn Prozent. Die Mehrzahl der Betroffenen hat eine Alzheimerdemenz. Deren genaue Ursachen sind noch unklar. Doch es gibt zahlreiche Hinweise, dass bestimmte Lebensumstände, Krankheiten oder Verhaltensweisen das Risiko erhöhen.
Studie umfasst Daten von mehreren Millionen Menschen
Das Forschungsteam aus Kanada wollte untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Demenz und drei Lebensgewohnheiten besteht: körperlicher Aktivität, bewegungsarmem Verhalten und Schlafdauer. Dazu wertete es 69 Studien aus, in denen die Verhaltensweisen kognitiv gesunder Personen erfasst und zu einem späteren Zeitpunkt die Demenzraten ermittelt worden waren. Insgesamt analysierte das Team somit Daten von Millionen im häuslichen Umfeld lebenden Erwachsener ab 35 Jahren.
Das richtige Maß an Bewegung und Schlaf ist entscheidend
Die Metaanalyse ergab, dass regelmäßige körperliche Aktivität besonders deutlich mit dem Demenzrisiko im Zusammenhang steht: Menschen, die sich regelmäßig bewegen, haben ein um durchschnittlich 25 Prozent geringeres Risiko, später an Demenz zu erkranken.
Umgekehrt scheint langes Sitzen ungünstig zu sein: Wer täglich mehr als acht Stunden überwiegend im Sitzen verbringt, hat laut der Auswertung ein um 27 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Die Datenlage hierzu ist allerdings noch begrenzt.
Auch die Schlafdauer beeinflusst offenbar das Demenzrisiko: Optimal sind sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Sowohl weniger (unter sieben Stunden) als auch mehr Schlaf (über acht Stunden) gehen mit einem um 18 beziehungsweise 28 Prozent erhöhten Demenzrisiko einher.
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Was bedeuten die Ergebnisse der neuen Studie?
Zu beachten ist, dass die aktuelle Metaanalyse nur Zusammenhänge aufzeigt, aber keine direkte Ursache nachweist. Sie bestätigt jedoch die Erkenntnisse bisheriger Forschungsarbeiten. Daher und aufgrund der großen Menge an analysierten Daten hält das Forschungsteam die Ergebnisse dennoch für bedeutsam.
Demnach sind ein aktiver Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und weniger im Sitzen verbrachter Zeit sowie ausreichend Schlaf (7–8 Stunden) wichtige Ansatzpunkte, um die Gehirngesundheit langfristig zu fördern. Die Studienergebnisse könnten also dabei helfen, maßgeschneiderte Strategien gegen Demenz zu entwickeln.
