Zwischen Kritik und Verteidigung
Wie die deutsche Olympia-Bilanz gesehen wird
23.02.2026 – 12:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschland beendet die Winterspiele in Norditalien im Medaillenspiegel auf Platz fünf. Neben Kritik am verpassten Ziel gibt es auch positive Ansätze.
Deutschland hat die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d“Ampezzo mit insgesamt 26 Medaillen beendet und den fünften Platz im Medaillenspiegel erreicht. DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht trotz der Erfolge im Bobsport und der vielen vierten Plätze Verbesserungsbedarf, um bei zukünftigen Spielen die angestrebten Top-3-Platzierungen zu erreichen.
Die deutschen Athletinnen und Athleten holten acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen. Damit schnitt Deutschland schlechter ab als bei den Winterspielen 2022 in Peking, wo zwölf Goldmedaillen den zweiten Platz im Medaillenspiegel sicherten.
Weikert sprach deshalb im ZDF von einer „sehr guten Bilanz“, die „sich sehen lassen“ könne. Dennoch machte er auch deutlich: „Klar ist immer Luft nach oben. Insbesondere in den Fachbereichen müssen wir das analysieren.“
Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein von der CDU betont die Bedeutung der Winterspiele für Deutschland und sieht die Ergebnisse als klaren Handlungsauftrag, um geplante Reformen weiter voranzutreiben. „Deutschland ist und bleibt eine Wintersportnation. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir in der Gesamtbilanz unseren eigenen Ansprüchen bei den Winterspielen 2026 nicht gerecht geworden sind“, sagte Schenderlein.
DOSB-Vorstandschef Otto Fricke hebt die 14 vierten Plätze als beachtliche Leistung hervor. „Es ist keine Katastrophe, wie manche Couchsportler immer sehr gerne sagen“, meinte Fricke im Interview des Bayerischen Rundfunks. Er fügte jedoch an, dass es „auch keine Glanzleistung“ sei. Fricke betonte, dass aus seiner Sicht der vierte Rang „das neue Platin“ sei. Denn es bedeute, dass die Sportler und Sportlerinnen dicht an der Weltspitze seien. Gleichzeitig sei ihm bewusst, „dass der Vierte immer etwas frustrierend war, aber wir müssen hier als Gesellschaft anders damit umgehen“.
Am Schlusswochenende verbesserten zwei Goldmedaillen im Bobsport durch Johannes Lochner und Laura Nolte die Bilanz. Trotz dieser Erfolge fordert Weikert schon länger mehr Sportstunden in der Schule und kritisiert die zu geringe Bezahlung der Trainer sowie die oft üblichen Zeitverträge. „Das ist aus meiner Sicht nicht in Ordnung. Das ist auch der Ruf an die Politik, das zu ändern, damit wir besser planen können und in zwei Jahren in den USA besser abliefern können“, sagte Weikert.
