Inzwischen habe sich ihre Situation stabilisiert. Ihr Einkommen sei heute verlässlicher planbar als früher in der Schauspielerei, auch wenn die Arbeit deutlich fordernder sei. Die Verantwortung sei größer, gleichzeitig habe sie aber mehr Kontrolle über ihr eigenes Leben. Der Preis dafür sei hoch: Gerade an Wochenenden arbeite sie oft 14 Stunden am Stück – ohne Unterstützung – und stoße dabei körperlich wie mental an ihre Grenzen. „Krank zu sein, kann ich mir nicht leisten, selbst wenn ich erkältet bin oder Schmerzen habe, mache ich weiter. Man funktioniert dann einfach weiter“, sagte Dietel.
Rückhalt finde sie bei ihrem Verlobten, der sie sowohl emotional als auch im Betrieb unterstütze und dafür sogar seinen Beruf aufgegeben habe. Gleichzeitig bleibe sie sich selbst gegenüber kritisch. Dass es ihr schwerfalle, stolz auf sich zu sein, führt sie auf ihre Kindheit in der DDR zurück, wo Disziplin wichtiger gewesen sei als Selbstwertgefühl. Gerade daraus ziehe sie jedoch auch ihren Antrieb: Wenn ihr jemand etwas nicht zutraue, wolle sie erst recht das Gegenteil beweisen. Die viele Arbeit scheint sich allerdings auszuzahlen: 2025 wurde Dietel mit einem Award als Top-Selbstständige und beste Quereinsteigerin ausgezeichnet.
Zur Ruhe kommt sie dennoch nicht. Aktuell bereiten ihr neue Probleme Sorgen, darunter ein erheblicher Schimmelbefall in der Wohnung, der laut Gutachten auf Baumängel zurückzuführen sei, sowie eine Kündigung wegen Eigenbedarfs. Nun sucht sie dringend ein neues Zuhause für sich und ihre Familie. Sie frage sich oft, warum immer wieder neue Schwierigkeiten auftauchten, doch Aufgeben sei für sie keine Option – stattdessen mache sie jeden Tag weiter.
