„Werden sich zu Hause fühlen“
Irans Fußballerinnen verweigern Hymne – Land gewährt ihnen Asyl
Aktualisiert am 10.03.2026 – 07:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Die iranische Frauen-Nationalmannschaft schwieg bei der Nationalhymne und muss nun wohl um ihre Sicherheit fürchten. Australien schreitet ein.
Australien gewährt den fünf iranischen Fußballspielerinnen, die vor einem Spiel in dem Land nicht die iranische Nationalhymne gesungen hatten, Asyl. „Ich habe ihre humanitären Visa gestern Abend genehmigt“, sagte Australiens Innenminister Tony Burke am Dienstag vor Journalisten.
Burke berichtete, die Spielerinnen hätten in den frühen Morgenstunden an einem geheim gehaltenen Ort in Brisbane mit dem beliebten australischen Schlachtruf „Aussie, Aussie, Aussie“ gefeiert, nachdem ihnen die Entscheidung der Regierung mitgeteilt worden war. Auf einem symbolträchtigen Foto waren die Frauen ohne Kopftuch an Burkes Seite zu sehen.
Die Athletinnen hatten während des Asien-Cups an der Gold Coast Schutz gesucht und unter Polizeischutz das Teamhotel verlassen, nachdem sie im Iran wegen ihres stillen Protests in die Kritik geraten waren. Beim ersten Gruppenspiel des Turniers hatten die Spielerinnen geschwiegen, anstatt die iranische Nationalhymne mitzusingen. Dies wurde in ihrer Heimat als Zeichen gegen die Machthaber des Landes gewertet. Daher stand die Befürchtung im Raum, dass ihnen nach der Rückkehr schlimme Konsequenzen drohen.
US-Präsident Donald Trump hatte Druck auf die australische Regierung ausgeübt und sie öffentlich aufgefordert, den Spielerinnen Asyl zu gewähren. „Australien begeht einen schweren humanitären Fehler, indem es zulässt, dass die iranische Frauenfußball-Nationalmannschaft in den Iran zurückgeschickt wird, wo sie höchstwahrscheinlich getötet werden. Tun Sie das nicht, Herr Premierminister! Gewähren Sie Asyl! Die USA werden sie aufnehmen, wenn Sie es nicht tun“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Der Post wurde vom offiziellen X-Account des Weißen Hauses geteilt. Die USA und Israel befinden sich seit Tagen im Krieg mit dem Iran.
Wenig später berichtete Trump dann von produktiven Gesprächen mit Australiens Premier Anthony Albanese: „Er ist dran“, schrieb Trump ebenfalls bei Truth Social. „Um fünf wurde sich schon gekümmert, der Rest ist auf dem Weg“, schrieb Trump über die Asylverfahren. „Einige glauben aber, sie müssen zurück, weil sie sich um die Sicherheit ihrer Familien sorgen, inklusive Bedrohungen gegen die Familienmitglieder, wenn sie nicht zurückkommen“, so Trump weiter. Der Premierminister mache aber einen guten Job im Umgang mit der Situation.
Innenminister Burke teilte nun mit, die Regierung habe zunächst bewusst nicht öffentlich über ihre Hilfsbemühungen gesprochen, um die Sicherheit der Spielerinnen nicht zu gefährden. „Diese Frauen sind großartige Sportlerinnen und großartige Menschen – sie werden sich in Australien sehr zu Hause fühlen“, sagte er. „Australien hat die iranische Frauenfußballmannschaft in seine Herzen geschlossen.“
