KI-Pilotprojekt in Hamm: Das ist Deutschlands schlaueste Ampel | Regional

Hamm (NRW) – Das Ruhrgebiet wird zum Vorreiter im Verkehr! An einer Kreuzung in Hamm (Heßlerstraße / Marker Allee) steht seit wenigen Wochen die erste KOMPLETT von KI-gesteuerte Ampel Deutschlands. „Das gibt es so bundesweit nirgendwo anders“, sagt ein Stadtsprecher.

Warum ausgerechnet dort?

Die Kreuzung ist Teil der Fahrradhauptroute Hamm-Mitte-Uentrop und liegt in der Nähe der Hochschule, einer Grundschule und dem OLG Hamm. Radfahrer, Autos und besonders viele Fußgänger treffen hier aufeinander. UNFALLGEFAHR! Deshalb hat die Stadt einen Weg gesucht, um die Situation vor Ort zu entspannen. Die Lösung: Künstliche Intelligenz.

Diese Kameras sind mit einem Steuergerät verbunden, das ausrechnet, wie lang eine Grünphase sein muss

Foto: Andreas Wegener

Sieben Hightech-Kameras und ein Steuergerät machen die Ampel „schlau“. Die Kameras erkennen, ob ein Fußgänger, Radfahrer oder ein Auto die Kreuzung überqueren will. Das Steuergerät berechnet dann, wie lange sie brauchen, bis sie an der Ampel stehen. Das verkürzt die Wartezeiten deutlich.

Christian Breßler von der Stadt Hamm zu BILD: „Wenn man warten muss, dann nicht lange.“ Die Ampel erkennt auch, ob nur ein Fußgänger oder eine ganze Gruppe über die Ampel will. „Wichtig wird das bei Schulklassen“, sagt Breßler. „Kommt eine ganze Schulklasse, gehen die Ersten bei Grün über die Ampel. Der Rest läuft bei Rot – es kommt zu Gedränge.“

Aber nicht bei der neuen KI-Ampel. Sie erkennt die ganze Menschengruppe und zeigt grün bis die ganze Gruppe, drüben ist. Auch Autofahrer profitieren von der neuen Ampel, denn sie behält auch den Stau im Auge. Wird er zu lang, wird die Richtung bevorzugt, aus der es sich staut.

Die Software der Ampel erkennt einen Radfahrer und zwei Autos

Die Software der Ampel erkennt einen Radfahrer und zwei Autos

Foto: Stadt Hamm

„Die Idee habe ich während der Coronazeit entdeckt“

Projektleiter Christian Breßler ist von der Idee überzeugt. „Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen von den Verkehrsteilnehmern.“ Der Testlauf sei sogar so erfolgreich, dass man die Technik auch an einer anderen Stelle einsetzen möchte. An einem Unfallschwerpunkt vor einer Schule.

Die Ampel könnte dort sogar mit einer App ausgestattet werden. Schüler könnten dann mit dem Smartphone eine Grünphase anfordern.

Auch für Deutschlands schlaueste Ampel könnte es noch ein Update geben. Die Planer denken zum Beispiel über Anzeigen nach, auf denen zu sehen ist, wann die nächste Grünphase beginnt. Auch das soll die Akzeptanz fördern.

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