VW Magellan

Dieser Crossover war seiner Zeit zu weit voraus


Aktualisiert am 12.09.2026 – 15:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Magellan: Der VW-Crossover stand 2002 auf der Detroit Motor Show. (Quelle: Volkswagen)

Sechs Sitze auf Schienen, ein Navi zum Mitnehmen und eine Dachbox, die zum Boot wird – die Studie VW Magellan war kein gewöhnliches Auto.

Wenn ein Auto nach einem Weltumsegler benannt ist, darf man Großes erwarten. Der im Jahr 2002 vorgestellte VW Magellan sollte genau das liefern: ein Fahrzeug, das die Grenzen zwischen Van, SUV, Kombi und Abenteuertruck verschwimmen lässt. Die 4,68 Meter lange Studie war ein Mix auf vier Rädern mit W8-Motor, Allradantrieb und Ideen, die ihrer Zeit voraus waren.

VW präsentierte den Magellan beinahe zeitgleich mit dem ersten Touareg, sprach aber eine andere Zielgruppe an. Nicht Komfort auf Asphalt, sondern Freiheit zwischen Schotterpiste, Küstenstraße und Campingplatz stand im Fokus. Oder wie „Auto Bild“ damals schrieb: „Viele Fahrzeuge in einem.“ Ein echter Crossover.

Viel Kante, wenig Zurückhaltung

Viel Kombi, ein bisschen Van, ein Hauch Geländewagen: Der Magellan war nicht unbedingt elegant, aber auffällig. Die Proportionen wirkten schon bei seiner Premiere eigenwillig – aus heutiger Sicht erinnern sie an einen früheren Vorboten des SUV-Booms. Breite Schultern, flache Dachlinie, steil stehendes Heck, flacher als ein Van, höher als ein Kombi. Der Entwurf kam aus dem Volkswagen Design Center Europe bei Barcelona. Dort lautete die interne Vorgabe: „Best of Three Worlds – das Beste aus drei Welten“.

Das Ergebnis: Ein typischer Look der frühen 2000er, ein eigenwilliger Kühlergrill, das VW-Logo in der Haube, massive 19-Zoll-Räder – und ein Heck, das wirkt, als habe jemand einen Sci-Fi-Caravan an den Touareg geklebt. Nicht glatt, nicht elegant, aber sicher auch nicht langweilig.

Eigenwillig: Die Klappe am steilen Heck wirkt wie angepappt, die Rückleuchten atmen den Geist der frühen 2000er. (Quelle: Volkswagen)

Technik für alle Fälle – und jeden Weg

Angetrieben wurde der Magellan von einem Vierliter-W8-Saugmotor mit 275 PS – bekannt aus dem Passat. Kombiniert mit Allradantrieb (4Motion) und Tiptronic-Automatik samt Schaltwippen versprach die Studie souveräne Fortbewegung. Komfort brachte eine Luftfederung mit aktivem, hydraulischem Dämpfungssystem – Technik, die eher in der Oberklasse zu Hause war.

Als riesige Displaywände noch weit entfernt waren: Das Cockpit des Magellan brachte dennoch Gimmicks wie ein herausnehmbares Navi mit. (Quelle: Volkswagen)

Im Innenraum ging VW noch weiter: Statt eines klassischen Armaturenbretts zog sich eine horizontale Info- und Steuerungseinheit über 1,10 Meter durch das Cockpit. Klima, Schaltung, Navigation – alles separat angeordnet, vieles wirkte schwebend. „Auto Bild“ nannte es „Das Cockpit der Zukunft“.

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