Neue Studie

Dieser Wert im Blut verrät das Demenzrisiko


23.07.2026 – 18:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Blutabnahme (Archivbild): Bluttests spielen in der Alzheimerforschung eine immer größere Rolle. Sie sollen krankhafte Veränderungen möglichst früh erkennen. (Quelle: stefanamer/getty-images-bilder)

Ein bestimmter Blutwert könnte das Risiko für spätere Gedächtnisprobleme Jahre im Voraus abschätzen. Gibt es bald ein Alzheimer-Screening?

Alzheimer beginnt, lange bevor Betroffene erste Probleme beim Denken und Erinnern bemerken. Forscher suchen deshalb nach Möglichkeiten, gefährdete Menschen möglichst früh zu erkennen. Eine internationale Studie zeigt nun: Ein spezieller Blutmarker könnte Hinweise darauf geben, wie hoch das Risiko für eine spätere kognitive Beeinträchtigung in den kommenden Jahren ist.

Gut zu wissen

Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz und betrifft etwa zehn Prozent aller über 65-Jährigen.

Je höher der Wert, desto größer das Risiko

Für die im Fachmagazin „JAMA“ veröffentlichte Studie wertete ein Forschungsteam die Daten von 2.684 zunächst geistig gesunden Erwachsenen aus Nordamerika, Japan und Australien aus. Zu Beginn wurde der Blutmarker p-tau217 bestimmt, eine veränderte Form des Tau-Proteins, die als Hinweis auf frühe Alzheimer-typische Veränderungen im Gehirn gilt. Die Teilnehmer wurden anschließend im Mittel 5,4 Jahre beobachtet.

Dabei zeigte sich: Je höher der p-tau217-Wert war, desto größer war das Risiko, im Verlauf des Beobachtungszeitraums eine leichte kognitive Beeinträchtigung oder eine Demenz zu entwickeln. Der Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn weitere bekannte Risikofaktoren wie Amyloid-Ablagerungen im Gehirn oder genetische Faktoren berücksichtigt wurden.

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Deutliche Unterschiede beim Fünfjahresrisiko

Menschen mit sehr hohen p-tau217-Werten hatten innerhalb von fünf Jahren ein geschätztes Risiko von 38 Prozent, eine kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln. Bei hohen Werten lag das Risiko bei 24 Prozent, bei niedrigen Werten bei 12 Prozent.

Für einen Zeitraum von zehn Jahren fielen die Schätzungen noch höher aus. Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, weil nur wenige Teilnehmer so lange beobachtet wurden.

Noch kein Screening für Gesunde

Die Forscher sehen in p-tau217 einen vielversprechenden Marker, um künftig das individuelle Risiko besser einzuschätzen und Menschen mit hohem Risiko für Präventionsstudien auszuwählen. Für den Einsatz bei beschwerdefreien Menschen reiche die Beweislage jedoch noch nicht aus. Die Teilnehmer der Studie stammten überwiegend aus ausgewählten Forschungsprojekten und bilden die Allgemeinbevölkerung nicht vollständig ab. Deshalb müssen die Ergebnisse zunächst in breiteren Bevölkerungsgruppen bestätigt werden.

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Potenzial für die Zukunft

Auf lange Sicht halten Experten jedoch ein Alzheimer-Screening im höheren Alter für denkbar. „Unser langfristiges Ziel ist es, dorthin zu kommen, wo heute der Cholesterintest steht: So wie dieser hilft, das Risiko für einen Herzinfarkt abzuschätzen, könnte der Bluttest künftig das Risiko für Alzheimer besser einschätzen“, sagt Studienautorin Reisa Sperling.

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