Bei der Wahlkampfparty der Grünen mussten seine Unterstützer nach Angaben eines Sprechers auch darum etwas länger auf ihn warten, weil er erst noch mit dem unterlegenen Reiter schrieb. Seine erste von vielen Danksagungen gilt dann auch seinem Konkurrenten. „Wir haben gezeigt, wie Politik ausschauen kann“, sagt er. „Vielen Dank an Dieter Reiter.“
Während Reiter einen strikt auf seine Person zugeschnittenen, an Ex-Kanzlerin Angela Merkels „Sie kennen mich“ erinnernden Wahlkampf führte, setzte Krause auf Inhalte und dabei besonders auf bezahlbares Wohnen. 50.000 neue Wohnungen hat er versprochen. Reiters Motto hieß „Passt“. Das von Krause, der frischen Wind im Rathaus versprach, lautete: „Weil mehr geht“. „Wir müssen schneller werden und wir müssen vielleicht an der ein oder anderen Stelle mehr tun“, sagte er.
Konfliktscheu aber ist Krause keineswegs. Er hat auch keine Angst vor Auseinandersetzungen mit seinen Parteifreunden. Als er sich im August 2024 öffentlich für eine Olympia-Bewerbung von München aussprach, stieß er viele Grüne vor den Kopf.
Zugleich setzte er im Wahlkampf auch auf Unterstützung durch seinen Parteifreund Robert Habeck – auch damit ging Krause in Bayern ein gewisses Risiko ein, denn die CSU macht seit Jahren lautstark gegen Habeck mobil. Mit Grünen-Chef Felix Banaszak ging er vor der Stichwahl auf Kneipen-Wahlkampf.
Sein politisches Engagement bei den Grünen begründet er, der seit 2014 Mitglied des Münchner Stadtrates ist, mit Erlebnissen während einer Nazi-Demonstration in München. Wie auch sein Konkurrent Reiter ist der Physiker Krause gebürtiger Münchner und fest in der Stadt verwurzelt. Die Isar nennt er als seinen Lieblingsort und den mit vielen Krokussen neugestalteten Max-Joseph-Platz vor der Oper.
Krause, der „Bürgaymeister“, wie er sich zuweilen nennt, lebt mit seinem Verlobten Sebastian, einem Arzt, im Stadtteil Giesing. Ihn hatte er nach eigenen Angaben bei einem Tanzkurs kennengelernt. Nach seinem Wahlsieg schickt er einen Dank „an die Liebe meines Lebens“, ohne die all das nicht möglich gewesen sei: „Lieber Sebi, Dankeschön.“
Sein Partner sei ihm „eine großartige Stütze“, sagt Krause und spricht von einer Beziehung auf Augenhöhe. „Gleichzeitig ist er selbst auch Arzt und auch selbst beruflich tätig.“ Viel Zeit bleibe da nicht, sagt er. „Also wir haben uns schon mal mehr gesehen als in den vergangenen Wochen und Monaten, aber wir versuchen schon, gemeinsame Momente uns möglich zu machen. Das werden wir auch weiter tun“, so Krause.










