Großes Bauprojekt in Berlin
Dieser Turm soll auf dem „Artemis“-Gelände entstehen
24.02.2026 – 08:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Eigentümer haben ihre Pläne für einen Messeturm im Baukollegium Berlin vorgestellt. Das Hochhaus soll auf dem Grundstück des größten Bordells Berlins entstehen.
Die Pläne für einen über 200 Meter hohen Messeturm in Berlin-Halensee sind erstmals öffentlich im Baukollegium Berlin präsentiert worden. Die Eigentümer stellten das Projekt unter Leitung der Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt am Montag vor.
Der geplante Turm solle direkt an der Stadtautobahn A100 entstehen. Nach Angaben der Initiatoren werde er Infrastruktur, Messe und Stadtraum miteinander verbinden. Die weitere Ausarbeitung erfolge durch ein wettbewerbliches Werkstattverfahren und anschließendes Bebauungsplanverfahren gemäß dem Berliner Hochhausleitbild.
Ein Kernstück des Projekts bilde eine neue Brückenverbindung am Bahnhof Westkreuz. Diese solle einen barriereärmeren Zugang schaffen und die Erreichbarkeit verbessern.
Die Architektur stammt von den Büros Max Dudler und C.F. Møller Architects mit zwei separaten Entwürfen. Die unteren Ebenen sollen ein öffentliches Stadtfoyer mit Wegen und Aufenthaltsbereichen bieten. In den mittleren Etagen seien messebezogene Nutzungen vorgesehen, während die oberen Geschosse temporäres Wohnen und Hotels beherbergen sollen.
Die Bauträger Hakki und Kenan Şimşek wollen nach eigenen Angaben mit Stadt, Fachöffentlichkeit und Bürgerschaft ein Projekt entwickeln, das städtebaulich und wirtschaftlich zum Stadteingang West beiträgt. Die Initiatoren begründen die geplante Höhe mit der besonderen städtebaulichen Situation des Umfelds, das hauptsächlich durch Verkehrs- und Funktionsinfrastruktur geprägt sei. Der Hochpunkt solle als räumlicher Gegenpol wirken und Orientierung schaffen.
Das Bordell „Artemis“ neben der A100 soll verlagert werden. Als möglicher neuer Standort gilt eine leere Lagerhalle auf der anderen Seite der Stadtautobahn. Dort hatte das Verwaltungsgericht bereits Ende 2024 einen Umbau zum Bordell genehmigt – damals noch als möglicher Zweitstandort.
