Wichtige Frist läuft ab
Ab Juli droht einigen Kryptobörsen das Aus
25.06.2026 – 15:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Nicht jede Kryptobörse darf demnächst ihre Dienste in Europa anbieten. Welche Plattformen betroffen sind und wie Sie Ihre Kryptowährungen rechtzeitig absichern können.
Bis Ende Juni müssen Anbieter von Kryptowährungen die europäische MiCA-Lizenz (Markets in Crypto-Assets) besitzen. Die Erlaubnis gilt EU-weit: Erteilt ein Mitgliedstaat die Lizenz, darf ein Unternehmen seine Dienste auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union anbieten.
Großes Aufsehen erregt das Scheitern des Lizenzantrags der weltgrößten Kryptobörse Binance, deren Unternehmenswert auf 60 bis 90 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Ohne gültige MiCA-Lizenz darf das Unternehmen ab dem 1. Juli keine Kundinnen und Kunden mehr in der Europäischen Union bedienen.
Die Folgen wären erheblich – für die Handelsplattformen ebenso wie für Anlegerinnen und Anleger. Was sollten Betroffene jetzt tun?
Keine Schonfrist: Ab dem 1. Juli gelten die neuen Regeln
Binance hatte sich in Griechenland um eine Lizenz für den Handel mit Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen bemüht. Da sich abzeichnete, dass die Behörden den Antrag ablehnen könnten, zog das Unternehmen ihn am 24. Juni selbst zurück. Das erklärte Europachefin Gillian Lynch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und nationale Behörden wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben klargestellt: Es wird weder eine Fristverlängerung noch eine Schonfrist geben. Ein eingereichter oder noch laufender Lizenzantrag reicht nicht aus, um den Betrieb fortzuführen.

In Deutschland gibt es zwei Gruppen regulierter Anbieter: Plattformen mit einer direkten Zulassung der BaFin sowie internationale Kryptobörsen, die ihre Lizenz in einem anderen EU-Staat erhalten haben und ihre Dienste über das sogenannte Passporting auch in Deutschland anbieten dürfen.
Zu den regulierten Anbietern gehören unter anderem Trade Republic, Smartbroker+, Boerse Stuttgart Digital (Bison), Bitpanda sowie Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und DekaBank. Auch Coinbase, Bitvavo, crypto.com, OKX, Bybit und KuCoin verfügen über eine MiCA-Lizenz aus einem anderen EU-Mitgliedstaat und dürfen deshalb legal Kundinnen und Kunden in Deutschland betreuen.
Andere große Plattformen, darunter Binance und Bitget, besitzen bislang keine gültige MiCA-Lizenz. Für sie endet das Angebot für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger mit dem Stichtag am 1. Juli.
Was ohne Lizenz mit den Kundenkonten passiert
Fehlt die Lizenz, müssen betroffene Plattformen ihren Geschäftsbetrieb in der Europäischen Union sofort einstellen. Sie sind verpflichtet, sogenannte Wind-Down-Pläne umzusetzen. Das bedeutet einen geordneten Rückzug: Kundenkonten werden abgewickelt, Guthaben ausgezahlt, und der Handel wird eingestellt.
Betreiber, die trotz fehlender Lizenz weiter Krypto-Dienstleistungen anbieten, müssen mit harten Sanktionen und Strafverfahren rechnen. In Frankreich drohen beispielsweise bis zu zwei Jahre Gefängnis und hohe Geldstrafen. Zudem können Aufsichtsbehörden nicht lizenzierte Plattformen auf Warnlisten setzen, öffentliche Warnungen veröffentlichen sowie IP- oder Website-Sperren veranlassen.










