Eine Expertenkommission hat 66 Vorschläge für die Reform der Krankenkassen vorgelegt. Nun stellt sich die Frage, welche davon umgesetzt werden.

Der Druck war bereits im Vorfeld groß: Weil die Ausgaben unaufhörlich steigen und sich die Beiträge für die Versicherten im Rekordtempo erhöhen, wurden die Ergebnisse der Finanzkommission Gesundheit in dieser Woche mit Spannung erwartet. Schließlich droht für das kommende Jahr eine Finanzlücke von 15 Milliarden Euro, bis 2030 sind es sogar 40 Milliarden.

Das dürfte allerdings keine einfache Aufgabe werden. Schließlich würden einzelne Maßnahmen Einbußen für Krankenhäuser, Ärzte und Pharmaunternehmen bedeuten. Auch die Beitragszahler könnten erneut stärker zur Kasse gebeten werden. Der Widerstand dürfte also groß werden. Doch welche der Vorschläge schaffen es nun tatsächlich in die Umsetzung und welche fallen der Streichliste zum Opfer?

Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem zeigt sich grundsätzlich zufrieden mit dem Reformkatalog. Es sei sinnvoll, dass verschiedene Bereiche adressiert werden. „Alle müssen mitwirken, die Finanzen der Krankenkassen zu stabilisieren“, sagte Wasem t-online. Das würde bedeuten, dass alle Beteiligten im Gesundheitssystem betroffen wären – von der Klinik bis zum Patienten.

Zwei der 66 Maßnahmen sind dabei laut Wasem besonders vielversprechend, allein aufgrund der möglichen finanziellen Entlastungen. Zum einen geht es um die Begrenzung der Vergütungen für Ärzte, Kliniken und Pharmaunternehmen. In diesem Bereich waren die Kosten zuletzt besonders deutlich gestiegen. Geht es nach der Expertenkommission, sollen die Vergütungen künftig nicht stärker wachsen als das Einkommen der Versicherten und die tatsächlichen Kosten. Allein hier liegt den Experten zufolge ein Sparpotenzial von 5,5 Milliarden Euro.

Schafft man zudem die Doppelvergütung von Ärzten ab und erhöht den Herstellerrabatt der Krankenkassen für Arzneimittel, könnten weitere 3,6 Milliarden Euro eingespart werden. Das Potenzial ist also groß – aber sind die Maßnahmen deshalb auch unverzichtbar? Wasem gibt zu bedenken, dass der Vorschlag „schwer umsetzbar“ sein wird: „Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaindustrie haben schon heftigen Widerstand gegen eine Begrenzung ihrer Zuwächse angekündigt“, so der Experte.

Share.
Exit mobile version