Studie aus Italien
Diese rote Frucht könnte der Leber überraschend guttun
05.08.2026 – 13:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Täglich Tomaten essen – und der Leber damit etwas Gutes tun? Eine kleine Studie legt nahe, dass sich eine Fettleber dadurch bessern könnte.
Die sogenannte metabolisch bedingte Fettlebererkrankung (MASLD, ehemals nichtalkoholische Fettlebererkrankung) entwickelt sich oft unbemerkt und gehört weltweit zu den häufigsten chronischen Lebererkrankungen. Die wichtigste Behandlung besteht bislang aus einer gesunden Ernährung, Bewegung und der Reduktion von Übergewicht. Eine italienische Studie deutet nun darauf hin, dass auch ein bestimmtes Gemüse einen Beitrag leisten könnte: Tomaten.
Gut zu wissen
Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) heißt mittlerweile metabolisch bedingte Fettlebererkrankung (MASLD). Der neue Name soll hervorheben, dass meist Stoffwechselprobleme wie Übergewicht, Diabetes oder erhöhte Blutfette dahinterstecken. An der Behandlung ändert sich dadurch nichts.
Weniger Leberfett nach sechs Wochen
Für die Studie wurden 79 Erwachsene mit einer stoffwechselbedingten Fettlebererkrankung (MASLD) zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß sechs Wochen lang täglich 200 Gramm rohe Tomaten und 50 Gramm Tomatensoße, die Vergleichsgruppe verzichtete auf Tomaten. Beide sollten ihre übrigen Lebensgewohnheiten beibehalten.
Dabei stellte sich heraus, dass der Fettgehalt der Leber in beiden Gruppen abnahm, bei den Tomatenessern jedoch deutlich stärker. Gemessen wurde dies mit dem sogenannten Controlled Attenuation Parameter (CAP), einem Ultraschallverfahren, das Rückschlüsse auf die in der Leber eingelagerte Fettmenge erlaubt.
Warum verbesserte sich die Leber auch in der Kontrollgruppe? Das ist den Forschern zufolge nicht ungewöhnlich. Schon die Teilnahme an einer Ernährungsstudie kann dazu führen, dass Menschen bewusster essen oder insgesamt gesünder leben. Entscheidend sei deshalb nicht, dass sich beide Gruppen verbesserten, sondern dass der Rückgang des Leberfetts in der Tomatengruppe deutlich stärker ausfiel.
Wie lässt sich das Ergebnis erklären?
Die Forscher vermuten, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Tomate eine Rolle spielen. Tomaten enthalten unter anderem Lycopin, Beta-Carotin und weitere Pflanzenstoffe, denen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Diese könnten den Fettstoffwechsel in der Leber beeinflussen. Der rote Pflanzenstoff Lycopin ist besonders in erhitzten Tomatenprodukten besser verfügbar – deshalb könnte gerade die Kombination aus rohen Tomaten und Tomatensoße interessant sein.
Wie ist die Studie einzuordnen?
Die Studie liefert zwar interessante Hinweise, die Aussagekraft der Untersuchung ist jedoch begrenzt. So war etwa die Teilnehmerzahl klein und der untersuchte Zeitraum mit sechs Wochen relativ kurz. Zudem verbesserten sich weder Körpergewicht noch Blutzucker, Blutfette oder andere Leberwerte deutlich. Größere und längere Studien müssen nun zeigen, wie belastbar der Effekt wirklich ist.
Wer Tomaten regelmäßig in eine insgesamt gesunde, mediterrane Ernährung integriert, könnte seine Leber womöglich unterstützen. Ob allein Tomaten den Verlauf einer Fettleber dauerhaft beeinflussen können, lässt sich jedoch momentan nicht sagen.










