Nebenwirkungen drohen
Manche Medikamente sind für Ältere problematisch
Aktualisiert am 27.09.2025Lesedauer: 2 Min.

Ältere Menschen nehmen oft mehrere Medikamente gleichzeitig. Doch im Alter verändert sich der Körper – mit Folgen für Wirkung und Nebenwirkungen.
Tabletten gehören für viele ältere Menschen zum Alltag. Herz, Stoffwechsel, Gelenke – fast jede chronische Erkrankung wird medikamentös behandelt. Doch was viele nicht wissen: Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Das beeinflusst, wie Medikamente wirken – manchmal stärker, manchmal schwächer, oft auch mit mehr Nebenwirkungen.
„Vor allem ältere Patienten, die verschiedene Arzneimittel einnehmen, sollten ihre Medikation regelmäßig in der öffentlichen Apotheke oder Arztpraxis überprüfen und bei Bedarf anpassen lassen“, rät Christian Ude, Präsident der Landesapothekerkammer Hessen. Denn selbst Präparate, die seit 20 Jahren problemlos eingenommen wurden, können im Alter plötzlich Probleme machen.
Mit den Jahren verändert sich der Stoffwechsel. Nieren und Leber arbeiten langsamer oder anders, der Fettanteil im Körper steigt, die Muskelmasse sinkt. Das hat Folgen: Manche Wirkstoffe bleiben länger im Körper und wirken stärker als gedacht, andere werden so schnell ausgeschieden, dass sie kaum noch wirken. Das Risiko für Nebenwirkungen steigt dadurch deutlich.
Außerdem leiden viele Senioren an mehreren Erkrankungen gleichzeitig, etwa Bluthochdruck, Diabetes, Herzprobleme, Rheuma. Mit jeder zusätzlichen Tablette wächst die Gefahr von Neben- und Wechselwirkungen. Fachleute sprechen hier von „Polymedikation“.
Besonders heikel: Manche Arzneimittel gelten bei älteren Menschen als potenziell ungeeignet, etwa bestimmte Schmerzmittel, Antibiotika oder Beruhigungsmittel.
Ob Dosisanpassung oder Absetzen – solche Entscheidungen dürfen Betroffene nie selbst treffen. Auch wenn der Verdacht naheliegt, dass eine Tablette Nebenwirkungen verursacht, muss die Umstellung immer in Rücksprache mit Arzt oder Apotheker erfolgen.
Nicht immer erkennen Betroffene Nebenwirkungen sofort. Denn sie können typischen Altersbeschwerden ähneln, etwa:
Ältere Menschen oder auch Angehörige sollten beobachten, ob solche Symptome schon länger bestehen oder relativ plötzlich auftreten, nachdem sie begonnen haben, ein neues Medikament einzunehmen. Im Gespräch in der Apotheke oder Arztpraxis kann diese Information helfen, die Medikation anzupassen.
Medikamente sind im Alter unverzichtbar, aber sie brauchen besondere Aufmerksamkeit. Regelmäßige Checks in Arztpraxis oder Apotheke können helfen, Nebenwirkungen zu vermeiden und die Therapie sicherer zu machen.











