Studie zu Eisenmangel

Diese Präparate erhöhen das Risiko für Knochenbrüche


16.04.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Arzt nimmt einer Frau Blut ab (Symbolbild): Ob ein Eisenmangel vorliegt, kann eine Blutuntersuchung zeigen. (Quelle: Anchiy/getty-images-bilder)

Bestimmte Eiseninfusionen könnten die Knochen schwächen und das Risiko für Brüche deutlich erhöhen. Was die Studie zeigt.

Eisenmangel betrifft in Europa etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen, vor allem Frauen vor den Wechseljahren. Wenn Tabletten mit Eisen nicht helfen oder nicht vertragen werden, kommen häufig Infusionen zum Einsatz. Sie wirken schnell und schonen den Magen-Darm-Trakt. Doch eine neue Studie der Universität Innsbruck wirft nun Fragen zur Sicherheit eines gängigen Präparats auf.

Die Forscher analysierten Daten von über 20.000 Patienten. Dabei zeigte sich: Wer den Wirkstoff Eisencarboxymaltose als Infusion bekam, hatte ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Knochenbrüche wie Personen, die ein alternatives Präparat erhielten. Die Brüche traten oft erst Wochen oder Monate nach der Behandlung auf und wurden daher nicht immer direkt mit der Infusion in Verbindung gebracht.

Ein möglicher Grund für das erhöhte Bruchrisiko liegt im Phosphatspiegel im Blut. Denn „bei 50 bis 75 Prozent der Patienten, die mit Eisencarboxymaltose behandelt werden, sinkt dieser deutlich ab“, sagt Heinz Zoller, der leitende Forscher der Studie. „Das kann zu Muskelschwäche und Knochenerkrankungen führen.“

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass sich der Wirkstoff im Knochen anreichern kann. Dadurch wird die Bildung von Kollagen gestört, ein zentraler Bestandteil der Knochenstruktur. Auch die Neubildung von Knochen scheint gehemmt zu sein.

Ein niedriger Phosphatspiegel macht sich durch eher allgemeine Beschwerden bemerkbar. Betroffene fühlen sich etwa häufig müde, schwach oder weniger belastbar. Die gleichen Symptome sind typisch für Eisenmangel. Daher bleiben niedrige Phosphatwerte und eine dadurch bedingte mögliche Schädigung der Knochen oft lange unbemerkt.

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Eiseninfusionen generell gefährlich sind. Sie bleiben eine wichtige Therapie bei schwerem Eisenmangel. Allerdings könnte die Wahl des Präparats eine größere Rolle spielen als bisher angenommen. Welches sich im Einzelfall für den Patienten am besten eignet, müssen Ärzte daher sorgsam abwägen.

Share.
Exit mobile version