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Doch Spahn lernte offenkundig dazu. Zuletzt lobten ihn selbst Unionsabgeordnete für seine Arbeit, die ihm eher nicht nahestehen. Auch in Abgrenzung zu Merz konnte sich Spahn als derjenige profilieren, der seiner Fraktion zuhört – und ihr Gehör verschafft. Mehrere Medien schrieben zuletzt Spahn-Geschichten, die alle denselben Tenor hatten: Spahn gewinne an Macht in der Union. Ein Ausweis dafür: Die Arbeit am Reformpaket, bei dem er ein entscheidender Akteur war, das ist weitgehend unumstritten.
Spahn geht also ausgerechnet in einem Moment, in dem er seine Rolle in dieser Koalition so gut ausgefüllt hat wie noch nie. Eine Rolle, die entscheidend ist in einer Regierung: Der Fraktionschef muss im Bundestag die Details der großen Regierungskompromisse aushandeln und die Mehrheiten dafür organisieren. Er muss zuhören und ansagen, streicheln und strafen.
Wer kann das in der Union?
Markus Söder redet mit
Das Verfahren zur Suche eines Nachfolgers ist recht klar: Da die CDU eine Fraktionsgemeinschaft mit der Schwesterpartei CSU hat, muss Merz sich in jedem Fall mit CSU-Chef Markus Söder abstimmen. Bayern redet mit.
Schon am Wochenende dürfte es Gespräche geben. Denn viel spricht dafür, dass es nun schnell geht. Auch um zu verhindern, dass ewig lange Personaldiskussionen die Sommerpause weiter mit schlechten Nachrichten für die Koalition füllen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Merz eine Entscheidung bei der CDU-Präsidiumssitzung am Montagvormittag anstrebt.
Im Umfeld des Kanzlers wird betont, es gebe noch keine Vorfestlegung in der Frage, wer der nächste Fraktionschef sein wird. Auch in der Fraktion hält mancher die Sache für völlig offen. Aber natürlich kursieren trotzdem längst Namen. Mit Abstand am häufigsten genannt wird: Thorsten Frei, der bisherige Kanzleramtschef.
Die große Lösung: Thorsten Frei
Thorsten Frei wird in der Union schon seit Monaten als Wechselkandidat diskutiert. Allerdings eher deshalb, weil viele in der Fraktion mit seiner Arbeit als Kanzleramtschef unzufrieden waren oder es noch sind. Zu viel Öffentlichkeit, zu wenig Aktenfressen – so lautet die Kritik in Kurzform. Frei mache es zu viel Spaß, Interviews zu geben und auf Parteiveranstaltungen zu sein. Dabei müsse er eigentlich im Hintergrund die Regierungsgeschäfte koordinieren.










