Aktuelle Studie
Diese Operation könnte das Krebsrisiko senken
14.10.2026 – 17:24 UhrLesedauer: 3 Min.
Kann eine Adipositas-OP das Krebsrisiko senken? Eine große Studie weist in diese Richtung. Es gibt allerdings eine Ausnahme.
Wenn jemand an Fettleibigkeit leidet und mit anderen Maßnahmen nicht genug abnimmt, kann zur Behandlung eine Operation in Betracht kommen. Bei dem Eingriff verkleinern Ärzte beispielsweise den Magen oder verändern den Weg der Nahrung durch den Verdauungstrakt.
In der Folge verliert die behandelte Person in der Regel deutlich an Gewicht, was sich positiv auf ihre Gesundheit auswirkt: Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ 2 können sich bessern. Auch das Risiko für bestimmte Krankheiten könnte sinken. Krebs zum Beispiel: Eine große Untersuchung zeigt, dass manche Krebsarten nach einer Adipositas-Operation seltener auftreten. Bei einer Krebsart zeigte sich allerdings das Gegenteil.
Daten von 784.105 fettleibigen Menschen ausgewertet
Dass starkes Übergewicht das Risiko für verschiedene Tumoren erhöht, ist schon länger bekannt. Außerdem deuten bereits frühere Studien darauf hin, dass Menschen nach einer Adipositas-Operation seltener an bestimmten Krebsarten erkranken.
In der neuen Studie wollten Forscher genauer untersuchen, für wen eine Adipositas-Operation das Krebsrisiko möglicherweise senkt. Denn bislang war unklar, ob jüngere Menschen stärker davon profitieren als ältere und ob sich bei Männern und Frauen ähnliche Effekte zeigen.
Antworten suchte das Team um Cecilia Radkiewicz vom Karolinska-Institut in Stockholm in Gesundheitsdaten von 784.105 Menschen aus Schweden, Dänemark und Finnland. Alle waren bei Aufnahme in die Studie zwischen 18 und 59 Jahre alt und hatten die Diagnose „Adipositas“ erhalten. 99.614 von ihnen hatten sich einer Adipositas-Operation unterzogen, etwa einem Magenbypass oder einer Verkleinerung des Magens. Bei den anderen hatte kein solcher Eingriff stattgefunden.
Die Wissenschaftler prüften nun anhand von Krebsregistern, wie oft verschiedene Krebsarten in beiden Gruppen auftraten. Im Durchschnitt verfolgten sie die gesundheitliche Entwicklung der Teilnehmer etwa sechs bis zehn Jahre lang. Bei manchen konnten sie sogar auf Daten aus bis zu 31 Jahren zurückgreifen.
Vor allem Leberkrebs kam seltener vor
Die Auswertung ergab: Bei Teilnehmern, die sich einer Adipositas-Operation unterzogen hatten, lag die Erkrankungsrate um 19 Prozent niedriger als bei denjenigen, die nicht operiert worden waren.
Bei vier Krebsarten waren die Unterschiede besonders deutlich. Verglichen mit nicht operierten Teilnehmern hatten die Operierten:
- ein 51 Prozent niedrigeres Risiko für Leberkrebs,
- ein 49 Prozent niedrigeres Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs,
- ein 27 Prozent niedrigeres Risiko für Eierstockkrebs und
- ein 22 Prozent niedrigeres Risiko für Brustkrebs.
Dabei stellte sich auch heraus: Das Alter spielte offenbar kaum eine Rolle. Bei jüngeren und älteren Teilnehmern fiel der Zusammenhang zwischen Operation und Krebsrisiko ähnlich aus. Auch zwischen Frauen und Männern fanden die Forscher keinen eindeutigen Unterschied, wenn sie nur Krebsarten betrachteten, die bei beiden Geschlechtern vorkommen.
Bei einer Krebsart zeigte sich das Gegenteil
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zeichnen die Daten hingegen ein anderes Bild: Nach einer Adipositas-Operation war das Risiko dafür höher, vor allem bei jüngeren Menschen. Bei den 18- bis 39-Jährigen war es mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen mit Adipositas, die nicht operiert worden waren. Bei den 40- bis 59-Jährigen fanden die Forscher dagegen keinen eindeutigen Unterschied.
