Europäische Länder

In diesen Urlaubsländern sind Stromengpässe im Sommer möglich


04.06.2026 – 18:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Kerzenlicht beim Schalter: Entso-E warnt vor Engpässen in Inselstaaten ohne Flexibilität. (Quelle: Yauheni Kazlou/getty-images-bilder)

Der Ausbau von Wind und Solar erhöht den Druck auf Netze, Speicher und flexible Verbraucher. Ohne Tempo bei der Infrastruktur wachsen Risiken für Stabilität und Abregelungen.

Die Stromversorgung in Deutschland und den meisten Ländern Mitteleuropas gilt für den Sommer 2026 als gesichert. Das zeigt die aktuelle Studie „Summer Outlook 2026“ des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbands Entso-E. Gleichzeitig macht die Untersuchung aber auch deutlich, dass mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien auch der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem steigt. Andernfalls kann es zu spürbaren Problemen kommen.

Keine Stromengpässe erwartet

Insgesamt sehen die Studienautoren für Kontinentaleuropa, die nordischen Länder und Großbritannien keine kurzfristigen Engpässe bei der Stromversorgung. Somit muss auch Deutschland nicht mit Stromengpässen rechnen.

Anders könnte es hingegen bei geografisch isolierten Ländern wie Irland, Malta und Zypern sein. Auch Moldau gilt aufgrund der eingeschränkten Gasversorgung als besonders gefährdet.

Neben der Stromversorgung könnte auch die Netzstabilität in Europa zum Thema werden. Seit letztem Sommer ist die Erzeugungsleistung erneuerbarer Energien europaweit um mehr als 90 Gigawatt (GW) gestiegen. Davon macht Photovoltaik den größten Anteil aus: Die installierte Solarleistung stieg seit letztem Sommer um 22 Prozent.

Die Leistung installierter Batteriespeicher verdoppelte sich (+107 Prozent) zwar auf 29 GW. Angesichts des steigenden Ausbaus von Wind- und Solarenergie braucht es jedoch noch mehr Flexibilität im Stromsystem. Denn dadurch steigen die Phasen, in denen das Stromangebot zeitweise über der Nachfrage liegt. Das kann das Stromnetz und die Versorgung belasten. Brownouts, also eine gezielte Spannungsabsenkung im Stromnetz, und Blackouts wären möglich.

Angesichts dieser Aussichten gewinnen laut Entso-E besonders Batteriespeicher, flexible Verbraucher und Stromexporte zunehmend an Bedeutung. Auch Lastenmanagement und Abstimmungen etwa bei grenzüberschreitenden Leitungen sowie beim Stromimport und -export – werden angesichts der Entwicklungen immer wichtiger. Die Studienautoren mahnen daher, dass der Ausbau der Netze und Speicher nicht durch den Ausbau Erneuerbarer Energien außer Acht gelassen werden darf.

Prognose für Deutschland

Ein Ergebnis der Studie ist auch, dass Deutschland zu den Ländern mit den größten erwarteten Abregelungsmengen bei erneuerbaren Energien zählt. Das bedeutet, dass Photovoltaik- und Windkraftanlagen an besonders ertragreichen Tagen gedrosselt werden müssen, damit sie durch ihre Stromeinspeisung das Netz nicht überlasten. Nichtsdestotrotz erwartet der Verband für Deutschland sowie den Großteil West- und Mitteleuropas keine außergewöhnlichen Lastspitzen.

Kritischer Winter

Die Prognose für den kommenden Winter fällt etwas kritischer aus. Entso-E verweist auf die vergleichsweise niedrigen Gasspeicherstände europaweit. Sie liegen unter denen vom Vorjahr. Zugleich erschweren hohe Gaspreise die wirtschaftliche Befüllung der Speicher. Dennoch sieht der Verband kein akutes Risiko für die Versorgungssicherheit. Er merkt jedoch an, dass sich die Ausgangslage für den Winter 2026/27 angesichts des Konflikts in Nahost und der Blockade der Straße von Hormus verschlechtern könnte.

Der Rückblick auf den vergangenen Winter fällt dagegen positiv aus: Obwohl es in Nord- und Osteuropa zu mehreren Kältephasen kam und die Wetterbedingungen häufig wechselten, blieben Versorgungsprobleme aus. Das europäische Stromsystem habe sich insgesamt als robust erwiesen.

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