Jährlich Tausende Erkrankte

Diese Krebsprävention wird noch viel zu selten genutzt


Aktualisiert am 03.07.2026 – 07:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Krebsvorsorge: Viele Frauen sind von Gebärmutterhalskrebs betroffen, der schon in jungen Jahren durch HPV übertragen wird.

Krebsvorsorge (Symbolbild): Gebärmutterhalskrebs wird fast immer durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht. (Quelle: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn)

Der Schutz vor Humanen Papillomviren kann für die Zukunft der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entscheidend sein. Die Bayerische Impfwoche fordert schnelle Umsetzung.

Die HPV-Impfung (der Schutz vor Humanen Papillomviren) zählt zu den wirksamsten Maßnahmen der Krebsprävention. Trotzdem sind die Impfquoten – insbesondere bei Jungen – noch deutlich zu niedrig. Genau hier setzt die achte Bayerische Impfwoche 2026 unter dem Motto „Gemeinsam gegen HPV“ an: Mit einer landesweiten Aufklärungs- und Impfinitiative soll mehr Menschen der Zugang zur HPV-Impfung erleichtert und das Bewusstsein für ihren Nutzen gestärkt werden.

Mehr Aufmerksamkeit für unterschätzte Krebsprävention

Die Bayerische Impfwoche ist Teil des bayerischen Masterplans Prävention. Dessen Ziel ist es, Vorsorge, Früherkennung und Impfungen stärker im Gesundheitswesen zu verankern. Bereits im Frühjahr 2026 wurden beim HPV-Impfgipfel Vertreter von Ärzteschaft, Krankenkassen, Apotheken und weiteren Institutionen auf gemeinsame Maßnahmen verpflichtet – von gezielter Information über zusätzliche Impfangebote bis hin zu Fortbildungen. Während der Impfwoche sollen diese Vereinbarungen nun sichtbar umgesetzt werden.

„Dass Impfen wirklich ein ‚Gamechanger‘ ist, wissen wir spätestens seit Covid-19. Aber dass eine Impfung das Lebensrisiko von gleich mehreren Tumorarten senkt, ist wirklich spektakulär“, sagt Michael von Bergwelt, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des LMU-Klinikums München.

Impfangebote direkt vor Ort

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen HPV“ finden in ganz Bayern regionale Aktionen statt. Gesundheitsämter, Gesundheitsregionenplus (kommunale Netzwerke, die die Gesundheitsversorgung, Prävention und Pflege vor Ort verbessern sollen), Arztpraxen, Apotheken und weitere Partner bieten Informationsveranstaltungen und Impfaktionen an. Ein Onlinekalender hilft Bürgerinnen und Bürgern dabei, passende Angebote in ihrer Region zu finden. Ziel der gemeinsamen Aktionswoche ist es, die Impfung möglichst niedrigschwellig zugänglich zu machen.

8. Bayerische Impfwoche

Vom 3. bis 12. Juli 2026 veranstaltet das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) zum achten Mal die Bayerische Impfwoche. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der Ausbau des HPV‑Impfschutzes.
Ziel der Impfwoche ist es, über die Bedeutung der HPV-Impfung zu informieren und Menschen im gesamten Freistaat gezielt zur Impfung zu motivieren.
Eine Übersicht aller Termine finden Sie auf der Aktionsseite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention

Prävention gelingt nur gemeinsam

Die Initiative versteht HPV-Prävention als Gemeinschaftsaufgabe. Ärztinnen und Ärzte sollen Impfberatung stärker mit Vorsorgeuntersuchungen verbinden, Recall-Systeme nutzen und Praxisteams aktiv in die Ansprache von Familien einbinden. Gleichzeitig sollen Krankenkassen, Apotheken und der öffentliche Gesundheitsdienst mit leicht verständlichen Informationen Interesse wecken und den Weg in die ärztliche Beratung erleichtern. Der Maßnahmenkatalog will Aufklärung, Impfkompetenz, niedrigschwellige Angebote und ein modernes Monitoring miteinander verknüpfen. „Die HPV-Impfung ist mehr als nur ein Schutz vor einer Infektion – sie ist eine Investition in die Gesundheit der Zukunft“, sagt Michaela Biermann, Patientensprecherin der Initiative Vision Zero.

Ein Anfang – kein Selbstläufer

Die Initiatoren betonen jedoch, dass eine einzelne Aktionswoche die Impfquoten nicht allein verbessern wird. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen langfristig fortgeführt und vor Ort mit Leben gefüllt werden. Die Bayerische Impfwoche soll deshalb vor allem ein Verstärker sein: Sie zeigt, wie Prävention durch die Zusammenarbeit vieler Akteure näher an die jungen Menschen gebracht werden kann – mit dem langfristigen Ziel, künftig deutlich mehr HPV-bedingte Krebserkrankungen zu verhindern.

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