Zudem spielen auch Kontaktallergien auf bestimmte Kosmetika, Duftstoffe oder Sonnencremes eine Rolle. Auch Lupus erythematodes und Dermatomyositis, Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift, äußern sich durch Rötungen im Gesichtsbereich, ebenso wie Neurodermitis.
Ohnehin rötet sich mit zunehmendem Alter zuweilen die Nase. Unsere Haut wird dünner, die Gefäße scheinen stärker durch und „bedanken“ sich auf diese Weise für die jahrzehntelange UV-Belastung. Damit einhergehend nimmt die Fähigkeit der Gefäße ab, sich flexibel zusammenzuziehen.
Das Gesicht ist unsere Visitenkarte
Weitere Rotnasen- oder Rotgesichts-Ursachen sind Kälteschäden, Perniones, also Frostbeulen, eine Kältenesselsucht, Sonnenbrand, Hitze-Flushs in den Wechseljahren, Bluthochdruck-Flushs, Medikamente wie Blutdrucksenker zur Gefäßerweiterung, Kortisonnebenwirkungen, eine ausgeprägte Lichtschädigung der Haut, selten auch Sarkoidose, eine entzündliche Systemerkrankung, bei der blaurote Schwellungen an Nase, Wangen oder Ohren auftreten können. Auch eine bakterielle Infektion der oberen Hautschichten und der Lymphwege wie das Erysipel, auch Wundrose genannt, können die Nase plötzlich stark röten, überwärmen und schmerzen lassen – das ist dann kein kosmetisches Thema, sondern ein akuter medizinischer Fall.
Da Rosazea eine für alle sichtbare Erkrankung ist, haben Betroffene mitunter auch psychische Probleme damit – durch einen möglichen Hang zu sozialer Abschottung, der leicht in Depressionen oder Angststörungen münden kann. Das Gesicht ist unsere Visitenkarte, und wer ständig auf seine rote Nase angesprochen wird, fühlt sich nicht selten beschämt, missverstanden oder vorschnell abgestempelt.
So kann Ernährung helfen
Für Menschen mit Rosazea sind konsequenter Sonnenschutz und geeignete Hautpflege besonders wichtig. Bei Letzterer liegt der Schwerpunkt auf milden, seifenfreien Reinigungsprodukten mit niedrigem pH-Wert, bei denen Reizstoffe wie Alkohol, Menthol oder Duftstoffe draußen bleiben. Sinnvoll sind leichte, reizarm formulierte Cremes mit Barriereschutz. Vorsichtiger sollte man mit Peelings, Fruchtsäuren, Retinoiden, ätherischen Ölen, scharfen Bürsten, heißem Wasser, Sauna im akuten Schub und stark fettenden, folienhaften Salben sein – jedenfalls in aktiven Phasen.
Wichtig für den alltäglichen Umgang ist eine „antientzündliche“ Ernährung – mit Verzicht auf verarbeitetes Fleisch, eingeschränktem Kuhmilch- und Zuckerkonsum, viel Gemüse, wenig Weißmehl, dafür Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Pflanzenöle. Der Darm sollte in Balance sein, auch ein Magenkeim, also ein Helicobacter-pylori-Befall, kann bei manchen Betroffenen eine Rolle spielen und sollte bei passenden Beschwerden abgeklärt werden. Günstig sind ausreichend Omega-3-Fettsäuren, Zink, Vitamin D, Selen, genug Eisen und eine insgesamt gute Versorgung mit Eiweiß und Ballaststoffen.











