Abseits des Massentourismus in Spanien
Fünf Orte, die Touristen mit offenen Armen empfangen
Aktualisiert am 18.02.2026 – 07:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutsche lieben es, in Spanien ihren Urlaub zu verbringen. Doch viele Orte abseits der großen Städte und Tourismushochburgen am Mittelmeer sind kaum bekannt.
In vielen spanischen Urlaubsorten wächst der Unmut über den Massentourismus. Einheimische fühlen sich durch steigende Mieten, überfüllte Innenstädte und lärmende Touristen zunehmend aus ihrem Alltag gedrängt. Proteste auf den Balearen, den Kanarischen Inseln oder in Barcelona zeigen: Die Belastungsgrenze ist erreicht. Auch viele Reisende selbst wünschen sich mittlerweile Alternativen zu den überlaufenen Urlaubshochburgen.
Dabei gibt es in Spanien zahlreiche Regionen, die bislang kaum touristisch erschlossen sind und die sich über neue Besucher freuen würden. Orte wie La Rioja, Extremadura oder El Hierro empfangen Urlauber mit offenen Armen. Wer sie besucht, erlebt authentische Kultur und unberührte Natur.
La Rioja liegt im Norden Spaniens, am Fuße der Pyrenäen. Trotz des weltweit bekannten Rioja-Weins kommen jährlich nur rund 180.000 ausländische Gäste hierher. Zum Vergleich: Barcelona zählt jährlich 15,5 Millionen. Die Region bietet über 500 Weingüter, darunter architektonische Highlights wie das von Frank Gehry entworfene Weingut Marqués de Riscal.
Die Städte Haro und Logroño locken mit mittelalterlichem Flair, Tapasbars und Spezialitäten wie Patatas a la riojana. Im Juni findet dort die „Batalla del Vino“ statt – eine Weinschlacht mit 50.000 Litern Rotwein.
Die Region Extremadura im Westen Spaniens grenzt an Portugal und gilt als eine der unbekanntesten Gegenden des Landes. Dabei finden sich hier drei Unesco-Welterbestätten: Mérida mit seinen römischen Ruinen, die mittelalterliche Stadt Cáceres und das Kloster von Guadalupe. Naturfreunde kommen im Nationalpark Monfragüe auf ihre Kosten.
Trotz Drehorten für „Game of Thrones“ bleibt Extremadura vom internationalen Tourismus weitgehend verschont. „Für Menschen, die Authentizität suchen, ist das hier der richtige Ort“, sagt Martin Kelsey, der Vogelbeobachtungstouren organisiert. Besonders beliebt: die Käsespezialität Torta del Casar und das internationale Musikfestival Womad in Cáceres.
Wer die überfüllte Mittelmeerküste meiden will, findet entlang der Atlantikküste von Kantabrien über Asturien bis Galizien ursprüngliche Landschaften mit Klippen, Fischerorten und einsamen Stränden. Der Sommer ist hier kühler als im Süden – ideal für Aktivurlauber und Ruhesuchende.
Kulinarisch lockt der Norden mit regionalen Spezialitäten wie Percebes (Entenmuscheln) oder Apfelwein. Neue Wanderrouten wie die Senderos Azules in Galicien sollen den Andrang auf den Jakobsweg entlasten. „Wir wollen nachhaltiges Reisen fördern und dem Übertourismus begegnen“, so eine Sprecherin des spanischen Tourismusbüros in London.











