Was viele falsch machen
Kopfschmerztabletten: Fünf heikle Fehler bei der Einnahme
Aktualisiert am 01.04.2026 – 10:41 UhrLesedauer: 4 Min.
Wenn es im Schädel pocht oder sticht, greifen viele zu Kopfschmerztabletten. Dabei sollten Sie einige Regeln beachten. Sonst kann die Pille schädlich sein.
Über 200 verschiedene Kopfschmerzarten sind bekannt. Spannungskopfschmerzen und Migräne sind die häufigsten Varianten. Tabletten können die Beschwerden lindern. Das setzt allerdings voraus, dass bestimmte Einnahmefehler vermieden werden. Welche das sind und was sonst noch bei Kopfschmerztabletten zu beachten ist, erklärt ein Neurologe.
Schmerzintensität bei Spannungskopfschmerzen und Migräne
Während Spannungskopfschmerzen oft durch Stress, Flüssigkeitsmangel, zu wenig Schlaf oder muskuläre Verspannungen ausgelöst werden, handelt es sich bei Migräne um ein eigenes Krankheitsbild, das Betroffene oft ein Leben lang begleitet.
Ausgelöst wird der Migräneanfall häufig durch bestimmte Reize, sogenannte Trigger. Das können beispielsweise Temperaturschwankungen, bestimmte Lebensmittel, Alkohol und Schlafmangel sein. Beide Kopfschmerzarten unterscheiden sich in der Intensität der Schmerzen – was unterschiedliche Medikationen erforderlich macht.
Spannungskopfschmerzen zeigen sich meist in Form einer „Schraubzwinge um den Kopf“. Betroffene beschreiben sie als leicht bis mittelstark und dumpf-drückend. Meist schmerzt der gesamte Kopf. In der Regel lassen Spannungskopfschmerzen nach einigen Stunden wieder nach, können aber auch mehrere Tage andauern.
Migränepatienten hingegen beschreiben einen pochenden, pulsieren oder hämmernden Schmerz, verursacht „wie durch einen Presslufthammer“. Sie stufen die Schmerzintensität als mittelstark bis stark ein. Der Migräne-Kopfschmerz tritt in der Regel einseitig an der Schläfe auf, beginnt häufig aber auch aus dem Nacken.
„Die Migräne ist durch intensive Schmerzattacken gekennzeichnet, die mehrere Stunden bis Tage anhalten können und oft dazu führen, dass Betroffene nicht mehr am Alltag teilnehmen können“, sagt Dr. Charly Gaul, Generalsekretär und Pressesprecher der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). „Meist ziehen sie sich ins Bett zurück, dunkeln den Raum ab und brauchen Ruhe.“
Welche Schmerzmittel bei Spannungskopfschmerzen?
Plagen Spannungskopfschmerzen, sollte man es im ersten Schritt mit Bewegung an der frischen Luft, Dehnung verspannter Muskelpartien, Schlaf und ausreichend Trinken versuchen. Pocht der Kopf weiter, kann man ein Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen einnehmen. „Empfohlen werden können bei Spannungskopfschmerzen Ibuprofen, Paracetamol und die Kombination aus Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Koffein“, sagt Gaul. „Darüber hinaus kann Pfefferminzöl – auf die Schläfen aufgetragen – zur Linderung von Spannungskopfschmerzen beitragen. Häufig hilft das so gut, dass man auf die Schmerztablette verzichten kann.“
Zur Person
Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul ist 1. Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). Der zertifizierte Kopf- und Gesichtsschmerzexperte sowie Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie ist am Kopfschmerzzentrum Frankfurt am Main tätig.
Welche Schmerzmittel bei Migräne?
Von Migräne Betroffene können manchmal eine sich anbahnende Migräneattacke abwenden, indem sie sich ausruhen oder etwas schlafen. Laut dem Kopfschmerzexperten ist das Migränegehirn „überreizt“ und bedarf einer Ruhephase. In manchen Fällen helfe auch ein starker Kaffee frühzeitig in der Migräneattacke. Bricht diese voll aus, kommen Betroffene allerdings nicht mehr ohne ein Schmerz- oder Migränemittel aus. Wenn es zusätzlich zu Übelkeit kommt, kann es notwendig werden, auch Medikamente gegen die Übelkeit einzunehmen.
