Gekappt ist die Verbindung damit aber nicht. Die Globus-Gesellschafter, also die Familie Bruch, sind weiter an der russischen Einheit beteiligt. Nach eigenen Angaben erhalten sie daraus aber keine Ausschüttungen und hätten bislang auch keine erhalten. Die Märkte erfüllten in Russland den Auftrag der Grundversorgung, heißt es aus dem Unternehmen.
Kritik seit Kriegsbeginn
Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine zogen sich viele westliche Firmen aus Russland zurück, doch Globus blieb dort aktiv. Deshalb nahm die Yale School of Management den Konzern im Jahr 2022 in die „Halle der Schande“ auf – eine Liste von Firmen, die weiter in Russland tätig waren. Globus erklärte damals, man verurteile die Ereignisse in der Ukraine und unterstütze Betroffene mit Lebensmitteln, Kleidung, Geld und Sachspenden. Zugleich habe man Investitionen in neue Projekte und die Expansion in Russland gestoppt.
Auch die Globus-Stiftung geriet wegen Russland-Kontakten in die Kritik. Nach Recherchen der „Saarbrücker Zeitung“ warb sie auch nach Beginn des Kriegs für einen „Arbeitsaustausch“ zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Russland. Als Partner wurde der Verein „Biologisch-Dynamische Bildung und Forschung in Russland“ mit Sitz in Dessau genannt.
Nach der Berichterstattung versprach die Stiftung, den Schüleraustausch sowie die Zusammenarbeit mit dem anthroposophischen Verein zu prüfen. Inzwischen ist das Projekt von der Webseite der Globus-Stiftung verschwunden.
Stefan Dürr und sein Agrar-Imperium
Neben Bruch nimmt auch Stefan Dürr am deutsch-russischen Wirtschaftsdialog teil. Der aus Baden-Württemberg stammende Unternehmer lebt seit den 1990er Jahren in Russland und besitzt auch die russische Staatsbürgerschaft. Mit seiner Gruppe EkoNiva gehört er zu den größten Agrarunternehmern des Landes.
EkoNiva produziert Milch, Getreide, Saatgut und Fleisch und ist nach eigenen Angaben in 35 Regionen Russlands aktiv. Die Gruppe beschäftigt mehr als 15.000 Menschen. Dürr ist außerdem Vorsitzender des russischen Milchproduzentenverbands Sojusmoloko.
Dürrs Nähe zur russischen Führung ist seit Jahren bekannt. Er beriet Russland bei Agrarfragen und erhielt staatliche Unterstützung für den Aufbau seiner Unternehmen. Anfang 2025 bekam er den russischen Orden der Freundschaft. Der Gouverneur des Gebiets Woronesch übergab die Auszeichnung nach eigenen Angaben auf Anweisung Putins.










