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„Lonely Planet“: Dessau global unter Top-Reisezielen 2027

Aktualisiert am 23.09.2026 – 08:15 UhrLesedauer: 3 Min.

Blick auf das Bauhausgebäude in der Gropiusallee in Dessau – Ende 1925 zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau und erlebte dort seine Blütezeit. (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Fürs neue Jahr empfiehlt der „Lonely Planet“ wieder weltweit ausgewählte Reiseziele, auch eines in Deutschland – und lobt dabei eine Institution in Sachsen-Anhalt, die von der AfD angegriffen wird.

Die Bauhaus-Stadt Dessau gehört für den Reiseführer „Lonely Planet“ zu den 25 besten Reisezielen im kommenden Jahr. Im Buch „Lonely Planet Best in Travel 2027“ (Erscheinungsdatum 23.9.) wird die Stadt in Sachsen-Anhalt als eine Destination präsentiert, die man unbedingt besuchen sollte – neben etwa Marokkos Hauptstadt Rabat, der südschwedischen Stadt Skanör-Falsterbo oder der Millionenmetropole Chengdu in China.

Insgesamt umfasst das neue Buch 50 mehr oder weniger überraschende Empfehlungen für das Jahr 2027: Neben 25 Zielen sind es auch 25 Erlebnisse, darunter der Besuch von Abu Dhabis Museen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und eine „Reise durch die Geschichte auf der Route Napoléon“ in Frankreich (von der Côte d’Azur bei Cannes bis Grenoble).

„Bedeutendste aller Designideen“

Zu Dessau heißt es in „Best in Travel 2027“: „Vor hundert Jahren hielt das Bauhaus Einzug in die charmante Kleinstadt Dessau – oder Dessau-Roßlau, wie sie heute heißt – im Hinterland von Berlin. Die Bedeutung dieses Moments lässt sich gar nicht hoch genug einschätzen.“ Das Bauhaus sei „die bedeutendste aller Designideen, die auch ein Jahrhundert später noch den Kern unseres Alltags ausmacht“.

Das Staatliche Bauhaus war eine 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründete Kunstschule, die auch Design und Architektur revolutionierte und modernisierte.

Die AfD in Sachsen-Anhalt, die bei der Landtagswahl am 6. September im ganzen Bundesland, aber auch in der Stadt Dessau-Roßlau, zur mit Abstand stärksten Partei wurde, hat das Bauhaus zu einem „Irrweg der Moderne“ erklärt. Die ans Bauhaus angelehnte Landeskampagne mit dem Slogan „#moderndenken“ würde der als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD-Landesverband lieber in „#deutschdenken“ umbenennen. Bauhaus-Institutionen und -Fans wehren sich gegen diese Art Bestrebungen.

So wie das Haus Anton (links) sahen bei der Fertigstellung alle Häuser in der Siedlung Dessau-Törten aus. Inzwischen sind die meisten mehr oder weniger umgebaut worden. (Archivbild) (Quelle: Heidi Scharvogel/dpa-tmn/dpa-bilder)

„Best in Travel 2027“ empfiehlt als Dessauer Sehenswürdigkeiten besonders das Ende 1926 eingeweihte „kastenförmige“ Bauhausgebäude („eher genial als schön“) sowie die (Arbeiter-)Siedlung Dessau-Törten, aber auch die Meisterhäuser, bei denen es sich um Villen führender Bauhaus-Köpfe handelt – etwa von Gropius oder den Malern Paul Klee und Wassily Kandinsky.

„Die Idee dahinter ist einfach: Weniger ist mehr“

„Lonely Planet“-Autor Anthony Ham schreibt über Dessau, das Bauhaus habe sich erst hier in den 1920er Jahren entwickelt „zu dem lebensverändernden Gestaltungsprinzip, das wir heute kennen“. „Die Idee dahinter ist einfach: Weniger ist mehr. Das klingt nicht nach einem besonders radikalen Konzept, doch dank ihm wandelte sich Design vom ästhetischen Luxusgut zu etwas, das in der Lage war, das Leben der Menschen zu verbessern.“

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