Häufige Sportverletzung
Muskelzerrung erkennen und richtig behandeln
Aktualisiert am 24.02.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer im Sport rasch beschleunigt, abbremst oder die Richtung wechselt, kann sich leicht einen Muskel zerren. Worauf dann zu achten ist, erfahren Sie hier.
Von allen Sportverletzungen sind Muskelzerrungen neben Prellungen am weitesten verbreitet. Auffällig häufig betroffen sind die hinteren und vorderen Oberschenkelmuskeln sowie die Wadenmuskeln. Denn bei vielen populären Sportarten wie Basketball, Fußball, Handball und Tennis sind die Krafteinwirkungen auf die Beine außerordentlich hoch.
Die gute Nachricht: Ein gezerrter Muskel gilt als leichte Verletzung, die bei angemessener Behandlung eine günstige Prognose hat. Doch was bedeutet angemessen und wie lässt sich eine Muskelzerrung von schwerwiegenderen Muskelverletzungen abgrenzen?
Eine Muskelzerrung (Fachbegriff: Muskeldistension) ist eine Überdehnung der Muskulatur, die kleinste Verletzungen innerhalb der Muskelfasern verursacht. Diese Mikroverletzungen sind allerdings weder per Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT) nachweisbar, noch schränken sie den betroffenen Muskel in seiner Funktion ein.
Damit unterscheiden sich Muskelzerrungen von Muskelfaserrissen und Muskelrissen, bei denen einzelne Muskelfasern beziehungsweise ganze Muskelbündel einreißen: Derartige Gewebeschäden sind im Ultraschallbild oder MRT zu erkennen und beeinträchtigen die Muskelfunktion deutlich.
Sobald eine Muskelzerrung entsteht, ist sie auch schon zu spüren: Im betroffenen Muskel treten krampfartige oder ziehende Schmerzen auf, die langsam und stetig zunehmen. Der Muskel ist verhärtet und druckempfindlich. Zudem kann sich ein Ödem bilden: Das heißt, es sammelt sich Flüssigkeit an, die zu einer Schwellung führt.
Eine Muskelzerrung im Bein löst den starken Drang aus, das Bein auszuschütteln oder zu dehnen, um die Schmerzen zu lindern. Viele Betroffene nehmen auch eine Schonhaltung ein: Bei einer Oberschenkelzerrung etwa versuchen sie üblicherweise, das Hüft- und Kniegelenk im Gehen möglichst wenig zu beugen, wodurch sie humpeln.
Zu Einblutungen kommt es bei einer Muskelzerrung normalerweise nicht oder nur in geringem Maße. Ein sichtbarer Bluterguss (Hämatom) spricht also eher für eine ernstere Verletzung wie einen Muskelfaserriss oder gar einen Muskelriss. Wer eine Zerrung ignoriert und etwa weiter Sport treibt, riskiert allerdings, dass als Komplikation die betroffenen Muskelfasern einreißen.
