US-Finanzminister Scott Bessent kündigte am Donnerstag eine 30-tägige Ausnahmeregelung an, die es indischen Raffinerien ermöglicht, russisches Öl von Schiffen zu kaufen, die derzeit auf See gestrandet sind, weil ihre regulären Seerouten geschlossen sind oder als zu riskant gelten.
In einer Erklärung, die auf
Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der durch den Iran-Krieg verursachten Blockade der Straße von Hormus und der dadurch verursachten erheblichen Störungen auf den globalen Energiemärkten getroffen.
Die vom US Office of Foreign Assets Control ausgestellte Ausnahmegenehmigung gilt für russisches Öl und Erdölprodukte, die nun zu indischen Häfen umgeleitet werden können.
Die Maßnahme läuft am 4. April aus und gilt nicht für neue Lieferungen.
Dabei handelt es sich nicht um eine weitreichende Lockerung der sekundären US-Sanktionen, denen Indien zuvor ausgesetzt war, weil es vergünstigtes russisches Öl kaufte. Vielmehr geht es um einen akuten, einmaligen Versorgungsnotstand, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten.
Minister Bessent fügte hinzu, dass Indien, ein wichtiger Partner der USA, voraussichtlich den Kauf von amerikanischem Rohöl erhöhen wird, sobald die unmittelbare Krise vorüber ist.
Aufgrund des derzeitigen Mangels an Alternativen haben sich indische Raffinerien in den letzten Tagen bereits mehrere Millionen Barrel dieser zeitnahen Ladungen gesichert.
Indiens größter privater Raffinierer, Reliance Industries, hat nach der vorübergehenden Ausnahmegenehmigung der USA damit begonnen, russische Rohölladungen zu suchen, wie Bloomberg mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet.
Das Unternehmen plant, diese Fässer in seiner Raffinerie zu verarbeiten, die den indischen Inlandsmarkt bedient, und gleichzeitig seine exportorientierten Anlagen weiterhin mit nicht-russischen Qualitäten zu betreiben, da die globalen Ölpreis-Benchmarks diese Woche erheblichen Schwankungen ausgesetzt waren.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird Brent-Rohöl über 85 US-Dollar pro Barrel gehandelt, während West Texas Intermediate (WTI) über 81 US-Dollar notiert, den höchsten Stand seit drei Jahren.
Minister Bessent reist vor Trumps China-Besuch nach Paris
Die Ankündigung des Verzichts erfolgt, während Minister Bessent sich auf ein Treffen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng nächste Woche in Paris vorbereitet.
Die Gespräche werden den Grundstein für den Besuch von Präsident Trump in China vom 31. März bis 2. April legen. Laut dem Wall Street Journal plant Washington, Peking dazu zu drängen, die Käufe von russischem und iranischem Öl zu drosseln und sich stattdessen dem Kauf von amerikanischem Rohöl und LNG zuzuwenden.
Die Anfrage, die von Analysten als großes Wagnis bezeichnet wird, kommt zu einer Zeit, in der China stark auf vergünstigte Fässer aus beiden Ländern angewiesen ist. Die US-Militäraktionen sowohl in Venezuela als auch im Iran haben die chinesische Ölversorgung erheblich beeinträchtigt.
Die Gespräche werden auch die Ausweitung der Käufe von US-Sojabohnen und Boeing-Flugzeugen durch China, eine mögliche Lockerung der Exportkontrollen für seltene Erden und den Import von KI-Chips umfassen.
Spannungen werden insbesondere in Bezug auf KI-Chips erwartet, da die US-Regierung Berichten zufolge weitreichende neue Exportbestimmungen ausarbeitet, die amerikanische Unternehmen wie Nvidia und AMD dazu verpflichten würden, Lizenzen für fast alle weltweiten Lieferungen einzuholen.
Diese Berichte kommen, nachdem die Trump-Administration angeblich bereits eine Obergrenze von 75.000 Nvidia H200-Chips pro chinesischem Kunden in Betracht gezogen hat, was weniger als der Hälfte dessen entspricht, was große Unternehmen wie Alibaba und ByteDance angeblich gefordert haben.
Der Iran-Konflikt macht den Trump-Xi-Gipfel komplexer
Das Pariser Treffen findet vor dem Hintergrund neuer Unsicherheit rund um den Trump-Xi-Gipfel in einigen Wochen statt.
China hat die Angriffe auf den Iran kritisiert, und der Tod von Ayatollah Ali Khamenei hat zu neuen geopolitischen Spannungen geführt, auch wenn ein Ende 2025 vereinbarter fragiler Handelswaffenstillstand offenbar Bestand hat.
Vorerst scheinen beide Seiten zu substanziellen Wirtschaftsgesprächen entschlossen zu sein.
Der begrenzte Verzicht für Indien ist Teil einer umfassenderen US-Strategie: die Nutzung kurzfristiger Flexibilität zur Stabilisierung der Energiemärkte und die gleichzeitige Verfolgung einer längerfristigen Neuausrichtung der globalen Ölströme hin zu amerikanischen Produzenten.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser kalibrierte Ansatz sowohl sofortige Erleichterung als auch bedeutende Fortschritte bei der ehrgeizigen Wirtschaftsagenda zwischen den USA und China bringen kann.










