Von Agenturen mit AFP
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In der historischen Stadt Graaff-Reinet ist eine heftige Debatte entbrannt, nachdem die Behörden beschlossen hatten, sie zu Ehren der Anti-Apartheid-Ikone Robert Sobukwe umzubenennen. Die Entscheidung hat tiefe Spaltungen in Südafrika offengelegt, da die Bewohner das Erbe gegen den Wandel abwägen.
Die fast 250 Jahre alte Stadt, die für ihre kapholländische Architektur und ihren touristischen Reiz bekannt ist, gehört zu den mehr als 1.500 Orten, die seit dem Ende der Apartheid umbenannt wurden, um sich von den Hinterlassenschaften der Kolonialzeit zu befreien. Aber hier hat die Änderung Proteste, Petitionen und Besorgnis über ihre tatsächlichen Auswirkungen auf das Alltagsleben ausgelöst.
Edmano Lomberg, wohnhaft: „Wir sind diejenigen, die immer noch, immer noch leiden werden. Das wird uns also keinen Unterschied machen. Aber am Ende des Tages wird es ihnen zugute kommen – denen, die für diese Dinge verantwortlich sind und denken, dass es einige Änderungen in den Namen und nicht im Leben der Menschen geben muss.“
Befürworter des Schritts, darunter der Pan Africanist Congress, sagen, bei der Umbenennung gehe es darum, das historische Gleichgewicht wiederherzustellen und diejenigen anzuerkennen, die gegen die Apartheid gekämpft haben.
Jaki Seroke, stellvertretender Präsident des Panafrikanischen Kongresses: „Er bezog sich liebevoll auf seinen Geburtsort. Wir wollen Graff-Reinet also nicht zerstören, aber wir möchten, dass die Geschichte der Transformation in Graaff-Reinet anerkennt, dass es, während die Kolonialisten Graaff-Reinet gründeten, die Mehrheit der Menschen gibt, die mit der Geschichte von Graaff-Reinet verbunden sind und die heute am besten durch das Leben und die Zeiten von Robert Sobukwe symbolisiert werden können.“
Lokale Unternehmen fürchten jedoch die wirtschaftlichen Kosten, insbesondere in einer Stadt, die stark auf Tourismus und globales Branding angewiesen ist.
Aljone Meyer, Tourismus-Verbindungsbeauftragter: „Das Gerichtsverfahren bestätigte den Namen Robert Sobukwe. Was bedeutet das für uns als Graaff-Reinet Tourism Office? Marketing, Branding weltweit. Müssten wir den Namen jetzt in Robert Sobukwe Community Tourism Office ändern? Das würde Millionen kosten, weil wir den Touristen umbenennen und umschulen.“
Während die Spannungen schwelen, unterstreicht die Kontroverse eine umfassendere nationale Herausforderung: Wie kann man eine schmerzhafte Vergangenheit in Einklang bringen und gleichzeitig eine integrativere Zukunft aufbauen?










