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Der Tod des französischen rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque hat das Europäische Parlament erreicht. Die Gruppe „Patriots for Europe“ forderte eine Schweigeminute bei der Plenarsitzung nächste Woche, wie Quellen und Abgeordnete der Gruppe gegenüber Euronews bestätigten.
Am Donnerstagabend ist in Brüssel auch eine von rechtsextremen Gruppen organisierte Demonstration geplant.
Deranque, 23, starb am Samstag in einem Krankenhaus, nachdem er bei einer Auseinandersetzung zwischen linksextremen und rechten Aktivisten in Lyon im Anschluss an eine Veranstaltung mit der linksextremen Europaabgeordneten Rima Hassan geschlagen worden war.
Zeugen sagten, Deranque habe bei einem Protest gegen Hassans Auftritt an der Sciences Po-Universität für Sicherheit gesorgt, als er von rivalisierenden Aktivisten angegriffen wurde. Sein Tod hat in ganz Frankreich Proteste und politische Debatten ausgelöst.
Die Delegation der rechtsextremen französischen Partei Rassemblement National (RN) im Europäischen Parlament hat beantragt, den Fall dem Parlament vorzulegen. Delegationsleiter Jean-Paul Garraud hat vor der Plenarsitzung nächste Woche einen Antrag auf eine Schweigeminute gestellt.
Die außerordentliche Sitzung war ausschließlich anlässlich des vierten Jahrestages der umfassenden Invasion Russlands in der Ukraine geplant.
Patriots for Europe hat die Initiative ihrer französischen Mitgliedspartei unterstützt und wird die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, offiziell um ihre Zustimmung bitten.
Gemäß den parlamentarischen Regeln können Fraktionen vor Beginn einer Sitzungsperiode einen Antrag auf eine Schweigeminute beim Präsidenten einreichen, der diesen bei Eröffnung der Sitzungsperiode genehmigen oder ablehnen kann.
Euronews hat das Parlament um einen Kommentar gebeten.
Der Schritt erinnert an eine Kontroverse aus dem letzten Jahr, als der schwedische Europaabgeordnete Charlie Weimers während einer laufenden Sitzung zum Gedenken an den Tod des rechtsextremen US-Aktivisten Charlie Kirk um eine Schweigeminute bat.
Ein Vizepräsident des Europäischen Parlaments lehnte diesen Antrag als verfahrenswidrig ab, was zu lautstarken Protesten mehrerer Abgeordneter führte.
