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Eine kräftige Erholung der Bankaktien und eine vorsichtig optimistische Anlegerstimmung trieben den Handel am frühen Morgen an, wobei der Euro Stoxx 50 kurz nach der Eröffnungsglocke um mehr als 0,4 % stieg und einen beispiellosen Intraday-Höchststand von 6161 Punkten überschritt.
Der gesamteuropäische Stoxx 600-Index verzeichnete einen ebenso starken Aufwärtstrend, der ebenfalls über 0,4 % zulegte und knapp unter Rekordhochs lag.
Auf dem gesamten Kontinent spiegelten regionale Indizes die gute Stimmung wider.
In London stieg der FTSE 100 um 0,8 %, der deutsche DAX 30 stieg leicht an und überschritt die 25.000-Punkte-Marke, während der französische CAC 40 einen Anstieg von 0,25 % verzeichnete.
Auch der italienische FTSE MIB verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 0,8 %.
Ein Hauptkatalysator für die frühe Rallye am Mittwoch war der Bankensektor. Europas größter Kreditgeber, HSBC, lag mit einem Anstieg von über 5 % an der Spitze, nachdem er seine Ergebnisse für das Gesamtjahr veröffentlicht hatte.
Trotz einer einmaligen Belastung in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar (4,1 Milliarden Euro) übertraf die britische Bank ihre jährlichen Gewinnerwartungen und hob ein wichtiges Ziel für den Nettozinsertrag aus der Kreditvergabe bis 2026 an.
Dieser Schritt gab den Anlegern die Gewissheit, dass das umfangreiche Restrukturierungsprogramm der Bank abgeschlossen ist, und verlagerte den Fokus vollständig auf zukünftiges Umsatzwachstum und Kapitalrenditen.
Ängste vor KI und Zöllen lassen nach
Die allgemeineren Marktängste hinsichtlich rascher technologischer Veränderungen, insbesondere der KI-Entwicklung, und Handelsunsicherheiten im Zusammenhang mit den Zöllen von Präsident Trump schienen nachzulassen.
In den letzten Wochen waren europäische Banken und traditionelle Unternehmen mit Volatilität konfrontiert, da befürchtet wurde, dass neuere KI-Modelle die etablierten Betriebsstrukturen unmittelbar stören könnten.
Die Stimmung verbesserte sich jedoch, nachdem bekannt wurde, dass das in den USA ansässige KI-Startup Anthropic mit mehreren Firmen zusammengearbeitet hat, um neue Unternehmens-Plug-ins auf den Markt zu bringen.
Diese Entwicklung signalisierte den Anlegern, dass traditionelle Unternehmen KI-Fortschritte erfolgreich integrieren, anstatt sie obsolet zu machen, was Bedenken hinsichtlich eines möglichen Margendrucks wirksam zerstreut.
Darüber hinaus beobachteten die Anleger den makroökonomischen und geopolitischen Hintergrund genau und verdauten insbesondere die jüngste Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation.
Während die Rhetorik rund um einen vorgeschlagenen globalen Zollsatz von 15 % und künftige Steuersenkungen weiterhin eine gewisse Handelsunsicherheit in die globalen Aussichten bringt, konnten europäische Aktien diese unmittelbaren Bedenken während der Morgensitzung weitgehend ignorieren.
Der globale Zollsatz trat am Dienstag in Höhe von 10 % in Kraft.
Händler blicken nun auf die mit Spannung erwarteten Unternehmensgewinne von Nvidia, die neue Signale für die Nachhaltigkeit der weltweiten KI-Nachfrage liefern dürften.
Darüber hinaus behalten europäische Anleger auch die bevorstehenden Inflationsdaten im Auge, die die nächste Zinsentscheidung der EZB beeinflussen könnten.
