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Home » Die düstere Vergangenheit von der „Teufelsinsel“ Langlütjen
Deutschland

Die düstere Vergangenheit von der „Teufelsinsel“ Langlütjen

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 21, 2026
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Die düstere Vergangenheit von der „Teufelsinsel“ Langlütjen

„Schreie meilenweit zu hören“

Die „Teufelsinsel“ bei Bremerhaven hat eine düstere Geschichte


Aktualisiert am 21.02.2026 – 02:23 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Die künstlichen Inseln Langlütje I (unten) und Langlütje II (Archivfoto) aus der Luft: Pläne, dort „sanften Tourismus“ zu etablieren, scheiterten. (Quelle: Screenshot/Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer)

Eigentlich waren die beiden Inseln für die Verteidigung gebaut worden. Dort wurden auch Menschen gefoltert. Später sollte es zum Urlaubsparadies werden.

Beide Inseln zusammen messen gerade einmal 33.000 Quadratmeter. Nicht viel Platz für bewegte Geschichte, könnte man annehmen. Doch das stimmt nicht: In den vergangenen 150 Jahren haben die beiden Inseln Langlütjen I und II kurz vor der Küste Bremerhavens mehrere Kriege überstanden. Die Nationalsozialisten errichteten dort zwischenzeitlich ein „KZ unter dem Meer“ und ein Unternehmer versuchte, das Areal für den Tourismus herzurichten.

Um die Geschichte der beiden Inseln zu verstehen, muss man viele Jahre in der Zeit zurückgehen, genauer in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die deutsch-dänischen Kriege zwischen 1848 und 1850 sowie die Fortsetzung im Jahr 1864 bildeten den gedanklichen Ursprung von Langlütjen, das einst Langlütjensand hieß.

Kriege, aber auch die Blockade der deutschen Nord- und Ostseeküste durch die französische Marine animierten den Norddeutschen Bund damals, Festungen zu errichten. Ein Eindringen des Feindes über den Seeweg sollte unter allen Umständen verhindert werden. Und so wurde zunächst zwischen 1869 und 1870 Langlütjen I errichtet. Die preußische Marine schüttete rund um die Düne Langlütjesand Erdwälle auf – fertig war ein befestigtes Küstenfort, das den Feind davon abhalten sollte, auch nur in die Nähe der deutschen Küstenstädte an der Nordsee zu gelangen.

300 Arbeiter karrten in den Sommermonaten über einen etwa 1,6 Kilometer langen Damm Baumaterialien auf die Insel, was durch die Gezeiten ausschließlich im Sommer und bei Ebbe möglich war. 1871 war das Fort fertig. Bestückt wurde die Verteidigungsanlage mit 21-Zentimeter-Geschützen.

Nur kurze Zeit später reiften Ideen für eine weitere Anlage, Langlütjen II. Der Unterschied: Die Bauzeit betrug viele Jahre, erst 1880 wurde das Fort aus Backsteinen in den Dienst genommen. Auch Langlütjen II wurde mit Sand aufgeschüttet, doch erst 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, installierte das Militär Geschütze auf dem Areal. Die Insel war nur mit dem Boot erreichbar, zu Fuß war der Weg lediglich bei Ebbe möglich.

Trotz aller Militärtechnik, die auf der Insel verbaut wurde, kam diese nie zum Einsatz. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Geschütze demontiert, zum Teil auch gesprengt. Trümmerteile ragen bis heute aus dem Wasser.

Die Wirren des Ersten Weltkrieges waren gerade überstanden, da erlangte Langlütjen II traurige Berühmtheit: Von der Gestapo errichtet und von der Sturmabteilung (SA) betrieben, wurden in den Gräben der Befestigungsanlage rund 100 Gefangene gefoltert und ermordet. Ihr Schreie, so berichtete es 2020 ein Zeitzeuge der „Nordwest-Zeitung“, seien bis zum Ufer zu hören gewesen. Langlütjen erhielt deshalb auch die Namen „Teufelsinsel“ und „KZ unter dem Meer“.

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