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Home » Die Aufhebung von Lkw-Fahrverboten bringt nichts
Wirtschaft

Die Aufhebung von Lkw-Fahrverboten bringt nichts

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 10, 2026
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Die Aufhebung von Lkw-Fahrverboten bringt nichts

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Die Aufhebung der Lkw-Fahrverbote in den Sommerferien wird die Probleme durch das Niedrigwasser nicht lösen. Sie zeigt aber etwas anderes.

Schon Ende Juni 2026 gab es einen ersten Fachbericht zum drohenden Niedrigwasser in den deutschen Wasserstraßen. Damals machte man sich besonders um die Elbe Sorgen, aber auch der Rhein wurde in dem wenig beachteten Bericht beiläufig erwähnt. „Entspannung ist kaum in Sicht“, warnte die Bundesanstalt für Gewässerkunde schon damals.

Seitdem hat sie insgesamt sieben Niedrigwassermeldungen, also eine pro Woche, veröffentlicht. Mal um Mal klangen sie drastischer. Seit Mitte Juli liest man auch auf allen gängigen Nachrichtenportalen regelmäßig vom Rhein, der bald schon einem Rinnsal gleichen könnte.

Doch die Politik kann auch im August, sechs Wochen nach der ersten Warnmeldung über das Niedrigwasser, noch keinen einzigen sinnvollen Vorschlag machen, wie man dem Problem begegnen könnte. Stattdessen werden die Fahrverbote für Lkws an Sonntagen und in den Ferien aufgehoben, in der Hoffnung darauf, dass Lastwagen die Binnenschifffahrt entlasten könnten. Das löst aber kein einziges Problem und wird der Lage nicht gerecht.

Lkw können keine Schiffe auf dem Rhein ersetzen

Dazu reicht ein kurzer Blick auf die Faktenlage: Ein durchschnittliches Binnenschiff kann 2.000 Tonnen laden und ersetzt nach Branchenangaben 100 bis 150 Lkw. Große Schiffe auf dem Rhein können sogar bis zu 7.000 Tonnen transportieren, das entspricht 280 Lastwagen. Der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt zufolge verkehren üblicherweise täglich rund 400 Schiffe auf dem Rhein. Würde man dieses Volumen auf die Straße verlagern, entspräche das mindestens 40.000 Lkw – am Tag.

Man muss kein Mathematikgenie sein, um zu erkennen, dass die Rechnung nicht aufgehen kann. Selbst wenn sich so viele Lastwagen irgendwo in einem Reservedepot fänden – wer soll die denn fahren? Die Logistikbranche ist eine der am stärksten vom Arbeitskräftemangel betroffenen Branchen. Es gibt auch an guten Tagen nicht genügend Kraftfahrer, geschweige denn eine stille Reserve, die man jederzeit aktivieren könnte.

Vergrößern des Bildes
(Quelle: tol/t-online)

Vielleicht hätte die Aufhebung der Fahrverbote noch etwas gebracht, wenn man sie schon vor Wochen beschlossen hätte. Wenn die Bundesregierung den ersten Meldungen über besonders niedrige Pegelstände mehr Beachtung geschenkt und schon damals ein Spitzentreffen einberufen hätte. Dann hätte sich die gesamte Lieferkette schon viel früher anders aufstellen können. Auch dann wären mehr Lastwagen auf den Autobahnen kein Allheilmittel gewesen, aber die Regierung hätte Unternehmen schon frühzeitig mehr Optionen für ihre Transporte gegeben. Auch die Logistikwelt hätte sich möglicherweise auf die kommende Notlage einstellen können.

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