Langzeitfolgen vorbeugen

Diese Folgeerkrankungen drohen bei Diabetes


Aktualisiert am 04.04.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 4 Min.

Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Quelle: stokkete /imago-images-bilder)

Diabetes Typ 2 kann schwerwiegende Folgen für verschiedene Organe haben. Mediziner sprechen von Spätkomplikationen.

Ursache ist die schädliche Wirkung des anhaltend zu hohen Blutzuckerspiegels auf die Nerven sowie die kleinen und größeren Gefäße. Ein gut eingestellter Diabetes mellitus ist unverzichtbar, um das Risiko für Diabetes-Spätfolgen zu senken. Welche Folgeerkrankungen mit Typ-2-Diabetes drohen und wie Betroffene vorbeugen.

Was ist Diabetes Typ 2?

Es gibt zwei Hauptgruppen des Diabetes mellitus: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Der Typ-1-Diabetes tritt infolge einer autoimmun bedingten Schädigung der Bauchspeicheldrüse auf. Beim Typ-2-Diabetes handelt es sich um eine Insulinresistenz: einem Missverhältnis von Insulinangebot und -bedarf.

Der Zucker (Glukose) kann dadurch nicht ausreichend in die Körperzellen geschleust werden und der Blutzuckerspiegel steigt. Als Folge kommt es zudem zu einer Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse selbst, weil sie durch eine erhöhte Insulinproduktion versucht, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Ist die Bauchspeicheldrüse irgendwann nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu bilden, steigt der Blutzuckerspiegel ebenfalls.

Etwa 90 Prozent der Zuckerkranken haben einen Typ-2-Diabetes. Früher waren vor allem ältere Menschen von Diabetes Typ 2 betroffen, daher wurde die Zuckerkrankheit auch als Altersdiabetes bezeichnet. Allerdings sind heutzutage auch immer mehr junge Menschen betroffen. Hauptursachen für einen frühen Typ-2-Diabetes sind eine vorwiegend fett- und zuckerreiche Ernährung mit wenig Ballaststoffen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen sowie genetische Faktoren.

Welche Spätfolgen drohen Diabetikern?

Diabetes-Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für Schäden an Augen, Nieren und Nerven sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem besteht die Gefahr, einen diabetischen Fuß zu entwickeln. Etwa einer von vier Diabetes-Patienten ist während seiner Lebenszeit mit Diabetes davon betroffen. Jährlich müssen bis zu 50.000 diabetesbedingte Amputationen vorgenommen werden.

Warum ist zu viel Zucker im Blut schädlich?

Spätkomplikationen bei Diabetes mellitus sind häufig, denn ein dauerhaft erhöhter Glukosegehalt im Blut greift Gefäße und Nerven an. Zu viel Glukose im Blut verursacht Entzündungsprozesse, außerdem kommt es vermehrt zu Ablagerungen an den Innenwänden der Gefäße.

Ein weiterer Grund ist, dass Glukose Gewebestrukturen förmlich verklebt. Die Gefäße von Diabetes-Betroffenen sind nicht mehr so flexibel wie die stoffwechselgesunder Menschen. Das führt dazu, dass die Durchblutung sowie die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung nicht mehr optimal verlaufen. Auch die Wundheilung ist gestört. Das Infektionsrisiko steigt. Ebenso sind die Kommunikation zwischen den Nervenzellen sowie die Funktion der Nervenzellen selbst beeinträchtigt.

Welche Folgen hat Diabetes Typ 2 für den Körper?

Da zu hohe Blutzuckerwerte Gefäße und Nerven zerstören, gehören zu den möglichen Spätfolgen eines Typ-2-Diabetes:

  • Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK)
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Nachlassen der Sehkraft bis hin zum Verlust des Augenlichts (diabetische Retinopathie)
  • Nierenschäden bis hin zur Dialysepflicht
  • Diabetischer Fuß/diabetisches Fußsyndrom (durch Nervenschäden werden Verletzungen am Fuß nicht bemerkt)

Zugleich ist die Durchblutung verschlechtert. Aus einer Druckstelle kann eine Verletzung werden, die sich rasch ausbreitet und nicht heilt. Stirbt Gewebe ab, muss dieses entfernt werden. Manchmal müssen Ärzte das Bein oder Teile davon abnehmen.

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