Zweites WM-Duell für Deutschland
Der Leipziger D-Zug muss gebremst werden
20.06.2026 – 13:50 UhrLesedauer: 4 Min.

Nach dem spektakulären WM-Auftakt gegen Curaçao wartet auf die deutsche Mannschaft im zweiten Spiel ein deutlich kniffligerer Gegner – mit einem Star, der an einen ehemaligen Bayern-Profi erinnert.
Aus Toronto berichtet William Laing
Sechs Tage nach dem berauschenden 7:1 über Curaçao zum WM-Start steht die deutsche Nationalmannschaft vor dem Erreichen ihres ersten Etappenziels beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Beim zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste könnte dem DFB-Team das gelingen, was ihm zuletzt beim Titelgewinn 2014 geglückt war: der Einzug in die K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft. Doch die Aufgabe am Samstag im kanadischen Toronto (ab 22 Uhr im Liveticker bei t-online) wird unweigerlich schwieriger als noch das Auftaktmatch in Houston.
Für die WM hat sich die Elfenbeinküste in zehn Spielen nämlich ohne ein einziges Gegentor qualifiziert. Allein den Abwehrriegel der Westafrikaner zu knacken, wird für die deutsche Auswahl deshalb mutmaßlich zu einer Sisyphusarbeit. Am Freitag attestierte Julian Nagelsmann auf der Abschlusspressekonferenz vor der Partie zudem insbesondere den beiden zentralen Mittelfeldspielern Seko Fofana und Franck Kessié eine „brutale Körperlichkeit, die uns schon vor Probleme stellen kann.“ Doch die größte Sorge dürfte dem Bundestrainer die Abteilung Attacke des kommenden Gegners bereiten.
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Abwehrmann Antonio Rüdiger sprach unter der Woche bereits voller Ehrfurcht über die Angreifer der Elfenbeinküste. „Das sind D-Züge“, sagte der Profi von Real Madrid im DFB-Quartier in Winston-Salem und führte direkt aus, was er damit meinte. „Sie lieben das Eins-gegen-Eins und Konter. Wir müssen gewappnet sein, das zu vermeiden.“ Die Marschroute für die deutsche Auswahl für das zweite WM-Duell ist also schon seit mehreren Tagen klar: Um das Sechzehntelfinale zu erreichen, müssen die D-Züge gebremst werden – in erster Linie jener aus Leipzig.
Diomande und die Parallele zu Coman
In ihren Reihen weiß die Elfenbeinküste zahlreiche aufstrebende Jungprofis mit viel Entwicklungspotenzial. Yan Diomande ist aber wohl das mit Abstand größte Talent im Kader der Ivorer. 20 Millionen Euro überwies RB Leipzig im Sommer 2025 an den spanischen Klub CD Leganés für die Dienste des gerade einmal 19-Jährigen. Eine Investition, die sich für die Sachsen vollends bezahlt gemacht hat. Denn: Diomande avancierte in der Bundesliga innerhalb kürzester Zeit zum Senkrechtstarter und schraubte seinen Marktwert in seiner ersten Saison in Deutschland von 1,5 auf 90 Millionen Euro.
Mehrere Topklubs sollen deshalb bereits an ihm dran sein. Der FC Liverpool habe bereits eine erste Offerte von mehr als 100 Millionen Euro für Diomande abgegeben, berichtete der Pay-TV-Sender Sky zuletzt. Die „Reds“ sollen sich aber eine Absage von Leipzig eingehandelt haben. Dass der Premier-League-Klub bereit ist, eine dreistellige Millionensumme für den jungen Offensivkünstler zu bezahlen, kommt jedoch auch nicht von ungefähr.