Selbstkritik vor der WM
Rüdiger räumt Fehler ein und fordert neue Mentalität
23.03.2026 – 19:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Antonio Rüdiger gesteht nach seinem umstrittenen Foul Fehler ein. Zugleich richtet er einen klaren Appell an die Mannschaft – mit Blick auf die WM.
In einem Interview mit der FAZ hat Nationalspieler Antonio Rüdiger erneut über sein viel diskutiertes Foul an Diego Rico vom FC Getafe und dessen Folgen gesprochen. Gleichzeitig fordert der Verteidiger von Real Madrid eine härtere Mentalität im deutschen Team vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada.
Zum Foulspiel und dem anschließenden medialen Aufschrei sagte der 33-Jährige: „Die Diskussion zeigt mir noch einmal, dass ich eine Verantwortung habe, der ich in manchen Momenten nicht gerecht geworden bin.“ Er nehme „seriös und sachlich vorgetragene“ Kritik ernst, „weil ich selbst weiß, dass ich Szenen hatte, die deutlich drüber waren“.
Zudem versicherte er: „Das hat dann auch insofern Einfluss, weil ich versuche, noch konzentrierter zu sein. Ich will kein Unruheherd sein, sondern Stabilität und Sicherheit geben.“ Beim Ligaspiel gegen Getafe Anfang März hatte Rüdiger seinen Gegenspieler mit dem Knie erwischt. Diskussionen entflammten, ob das Einsteigen überhart gewesen war.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte Rüdiger bereits am vergangenen Donnerstag bei der Kaderbekanntgabe verteidigt. Der 81-malige Nationalspieler sei „einer, der die Familie Nationalmannschaft extrem schützt und alles dafür tut, dass wir erfolgreich sind“, dazu „ein richtiger Typ, der einen maximalen Siegeswillen verkörpert“, sagte Nagelsmann. Das Foul an Rico wertete er als „hart, aber fußballspezifisch“ und ergänzte: „Antonio ist einer, der super polarisiert, deswegen wird da super viel draus gemacht.“
Rüdiger betonte, er bereite sich intensiv auf seine Gegenspieler vor und wolle hart und intensiv verteidigen. „Ich bin definitiv kein Sicherheitsrisiko für meine Mannschaften. Ich weiß ganz genau, in welcher Minute wir sind und was auf dem Spiel steht“, sagte er. Mit seiner Spielweise wolle er die Mannschaft mitreißen.
„Wir müssen wieder dahin kommen, dass es maximal unangenehm ist, gegen Deutschland zu spielen“, forderte Rüdiger. „Wir haben sehr viel Talent und Technik, das wissen alle. Aber Talent allein gewinnt keine Weltmeisterschaften. Wir müssen diese Mentalität wiederfinden – im positiven Sinne. Wir müssen als Einheit so unangenehm zu bespielen sein, dass der Gegner schon im Tunnel keinen Bock mehr hat.“ Es gehe darum, „diese Grenze im Kopf zu verschieben“. Jeder müsse bereit sein, „für den anderen die Drecksarbeit zu machen, dann sind wir extrem schwer zu schlagen.“










