Bruch mit dem Verband?

Wirbel um Pläne der Frauen-Bundesliga: DFB reagiert deutlich


Aktualisiert am 04.12.2025 – 18:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Höchster Titel im deutschen Fußball der Frauen: Die Meisterschale der Frauen-Bundesliga. (Quelle: IMAGO/Hendrik Hamelau/imago-images-bilder)

14 Vereine spielen aktuell in der Bundesliga der Frauen. Nun sind die Klubs mit einem überraschenden Plan an die Öffentlichkeit gegangen. Der DFB äußert sich dazu.

Die Vereine der Frauen-Bundesliga wollen offenbar einen eigenen Ligaverband gründen – und das zunächst ohne den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung mehrerer Klubs vom Donnerstag hervor. Damit steht ein möglicher Bruch mit dem Dachverband im Raum.

„Ob der angestoßene Prozess, an dem zuletzt auch der Deutsche Fußball-Bund mitgewirkt hat, auch zukünftig gemeinsam mit diesem fortgesetzt wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen. Die Gründung des Verbands erfolgt – anders als ursprünglich vorgesehen und von den Klubs angestrebt – zunächst ohne Beteiligung des DFB“, heißt es in der Erklärung.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Ziel der Vereine sei es, sich in einem neuen Liga-Verband gemeinschaftlich zu organisieren, um „eine moderne, professionelle und nachhaltige Entwicklung der Frauen-Bundesliga zu gewährleisten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des professionellen Frauenfußballs zu stärken“.

Der DFB reagierte am Donnerstagnachmittag auf den Vorstoß – und zeigte sich überrascht. „Der Deutsche Fußball-Bund hat die Äußerungen aus der Frauen-Bundesliga mit Verwunderung zur Kenntnis genommen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach zuvor veröffentlichten Informationen von „Bild“ soll es Unstimmigkeiten in den Verhandlungen gegeben haben. Unter anderem sollen sich führende Klub-Vertreter wie Bayerns Jan-Christian Dreesen oder Frankfurts Axel Hellmann von den DFB-Verhandlungsführern getäuscht gefühlt haben. Demnach habe der Verband „nicht akzeptable Forderungen“ gestellt, obwohl die Verträge aus Klub-Sicht bereits final ausgehandelt waren.

Hellmann erklärte laut Mitteilung: Man sei enttäuscht, dass sich bereits getroffene Verabredungen „aus unserer Sicht nicht in den Vertragsmaterialien wiederfinden. Aus diesem Grund erfolgt der Gründungsakt nun ohne Mitwirkung des DFB.“

Der Verband stellte den Sachverhalt nun anders dar: „Der DFB steht unverändert zu den getroffenen Zusagen und Investitionen im Zuge des geplanten Joint Ventures“, heißt es nun in der Reaktion des Verbands. „Wir sind überzeugt, dass die gemeinsame Gründung einer FBL GmbH für alle Beteiligten der richtige Weg ist.“ Und weiter: „Unterschriftsreife Verträge haben bislang nicht vorgelegen.“

Mehr noch: „Die Verhandlungsführer der Klubs hatten dem DFB weitreichende Ergänzungen und Änderungswünsche übermittelt, auf die der DFB verhandlungsüblich reagiert hat. Wir werden in den kommenden Wochen die Gespräche mit den Vereinen fortführen – konstruktiv und sachlich.“

Eigentlich war die Gründung für den 10. Dezember am DFB-Campus in Frankfurt vorgesehen. Nach aktuellem Stand soll sie nun am selben Tag in der Frankfurter WM-Arena stattfinden – ohne den DFB.

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