Im zweiten WM-Spiel gerät das DFB-Team zunächst in Rückstand. Am Ende biegt Deutschland die Partie aber doch – weil ein Joker gleich zweimal eiskalt bleibt.

Aus Toronto berichtet William Laing

Julian Nagelsmann nahm seinen Super-Joker Deniz Undav in den Arm und lächelte. Dank eines goldenen Händchens des Bundestrainers, vor allem aber dank des Spielentscheiders Undav hat die deutsche Nationalmannschaft nach dem Raketenstart bei der Weltmeisterschaft ihre Flughöhe gehalten und vorzeitig die K.-o.-Runde erreicht.

Der eingewechselte Stuttgarter drehte gegen die Elfenbeinküste in Toronto das Spiel und sicherte beim 2:1 (0:1) den nächsten Sieg. Damit ist der DFB-Elf das erstmalige Weiterkommen seit dem Triumph von 2014 nicht mehr zu nehmen.

Jonathan Tah, der stabilste deutsche Verteidiger, sagte nach der Partie bei MagentaTV: „Siegermentalität, Teamgeist – wir hatten genau das, was man braucht, um in einem Turnier erfolgreich zu sein.“ Sein Team habe „nicht aufgegeben, immer weitergemacht. Die Jungs von der Bank haben Energie reingebracht. Deniz muss man hervorheben, überragend“.

Kimmich mit Problemen – Joker dreht auf

In einem von Zweikämpfen und Umschaltmomenten mit Höchstgeschwindigkeit geprägten Spiel glich Undav (68. Minute) zunächst die ivorische Führung von Kapitän Franck Kessié (30.) aus. Und er hatte noch nicht genug: In der Nachspielzeit (90.+4) sicherte er den elften Sieg in Serie und den Traumstart mit zwei Erfolgen. Das gelang zuletzt beim „Sommermärchen“ 2006.

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Nach dem Kantersieg gegen Curaçao (7:1) war es der erwartete Härtetest, im Gruppenfinale am Donnerstag (ab 22 im t-online-Liveticker) wartet gegen Ecuador der nächste Prüfstein, Deutschland kann ihm gelassen entgegenblicken, die Rückkehr vor die Tore New Yorks zum Finale am 19. Juli bleibt der große Traum. Ob Nico Schlotterbeck auf dem Weg dahin weiter helfen kann, ist offen: Der Dortmunder musste zur Pause angeschlagen raus.

Julian Nagelsmann stellte beim Bekanntwerden der Aufstellung des Gegners etwas erstaunt fest, dass die Elfenbeinküste fünf Wechsel vorgenommen hatte und jene Spieler aufbot, die gegen Ecuador (1:0) bei Abpfiff auf dem Platz standen. „Das ist schon eine Aufgabe in der Kabine“, sagte der Bundestrainer dazu und gab seinem Team mit: „Unsere Art von Fußball auf den Platz bringen!“

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