Selbstkritik nach WM-Aus
DFB-Boss Völler: „Das war mein großer Fehler“
27.07.2026 – 19:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach dem frühen WM-Aus musste Bundestrainer Julian Nagelsmann gehen. Im Umgang mit dem Ex-Coach gesteht Sportdirektor Rudi Völler Fehler.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat sich nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM und dem folgenden Rücktritt von Julian Nagelsmann als Bundestrainer selbstkritisch gezeigt. Der 66-Jährige nahm dabei vor allem Bezug auf die öffentliche Kritik an Nagelsmann und seinen eigenen Umgang damit.
„Am Ende war es so, dass Julian nicht mehr die Lobby hatte, um mitreißen zu können“, erklärte Völler den Abschied des Bundestrainers nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay in einem Gespräch beim Internationalen Trainerkongress in Mainz. „Vielleicht war er in manchen Momenten auch mal zu dünnhäutig, aber wer ist das nicht als Trainer?“, so Völler über Kritik an teilweise patzigen Interview-Auftritten des Ex-Bundestrainers. „Egal, welche Entscheidung er getroffen hat, es wurde ihm negativ ausgelegt. Hat er Spieler kritisiert, wurde er dafür kritisiert. Hat er Spieler in Schutz genommen, wurde er dafür auch kritisiert“, verteidigte Völler Nagelsmann.
„Teilweise war es zu hart und einfach auch ungerecht“, sagte der Sportdirektor über die Kritik und gab dann eine eigene Fehleinschätzung zu: „Das habe ich ehrlich gesagt lange unterschätzt, das war mein großer Fehler. Ich habe dann versucht, während der WM hin und wieder mal einzugreifen gegenüber den Medien.“
Ein Kritikpunkt an Nagelsmann, der insbesondere nach dem WM-Aus von einigen Experten angebracht wurde: die Tatsache, dass der Ex-Bundestrainer zu selten persönlich bei Klub-Spielen im Stadion gewesen sei, um Spieler zu beobachten. Sein Nachfolger Jürgen Klopp werde das wohl anders handhaben, verriet Völler. „Jürgen wird sicher öfter in den Stadien sein, das war nicht so Julians Ding“, sagte er, nahm Nagelsmann aber auch hier in Schutz: „Aber deshalb hat Jonathan Tah ja nicht den Elfmeter verschossen gegen Paraguay.“

Auch die Kritik an der Wahl eines abgelegenen WM-Quartiers und zahlreichen Familienbesuchen wies der DFB-Sportdirektor ab. Man habe nichts anders gemacht als bei vergangenen Turnieren, nur dieses Mal habe es Fotos gegeben. „Diese Macht der Bilder war einfach enorm. Aber dass wir ausgeschieden sind, lag nicht daran, dass Lena Nagelsmann beim Radfahren fotografiert wurde“, so Völler.










