Lesen, Schreiben, Rechnen
Deutschland sackt in neuer Pisa-Studie offenbar weiter ab
07.09.2026 – 21:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor 25 Jahren löste die erste Pisa-Studie einen Bildungsschock aus. Am Dienstag erscheinen neue Zahlen – auch sie stellen Deutschland offenbar ein schlechtes Zeugnis aus.
Deutschlands Schülerinnen und Schüler haben bei der jüngsten Auflage des internationalen Bildungsvergleichs Pisa offenbar schlechter abgeschnitten als bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2022. Deutschlands 15-Jährige könnten immer schlechter lesen und rechnen, auch in Naturwissenschaften gehe es abwärts, schreibt die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf die Auswertungen, die ihr bereits vorlägen. Offiziell wird die neue Pisa-Studie an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt.
Für die Studie wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 6.700 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren in grundlegenden Kompetenzen wie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Weltweit nahmen mehr als 760.000 Gleichaltrige teil. Die erste Pisa-Studie erschien vor 25 Jahren und löste ein Beben in der Bildungspolitik aus. Auch die neue Pisa-Studie dürfte eine Debatte in Gang bringen.
Laut „Bild“ sind ohnehin leistungsschwache Schüler der „Kompetenzstufe I“ seit 2022 noch einmal stärker abgesackt, und das in allen untersuchten Bereichen. Bei der Lesekompetenz ist Deutschland demnach seit 2022 regelrecht eingebrochen, während sich die Verluste in anderen OECD-Ländern seither abgeschwächt hätten. Über alle untersuchten Bereiche hinweg kommen deutsche Schülerinnen und Schüler nur noch auf das Niveau des Mittels aller OECD-Länder. 2022 lagen die Deutschen noch leicht über dem Niveau des Mittels aller OECD-Länder.
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PISA-Studie 2025: Deutschlands Risikogruppe wird größer
Gewachsen ist seit der letzten Pisa-Erhebung die sogenannte Risikogruppe. Das sind Schülerinnen und Schüler, die grundlegende Anforderungen beim Lesen, Rechnen oder in Naturwissenschaften noch nicht sicher bewältigen können. Laut „Bild“ gehört nun jeder dritte Schüler beim Lesen und Rechnen in diese Kategorie, in den Naturwissenschaften jeder vierte Schüler.
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Bei den PISA-Studien werden die Leistungen in sogenannte Kompetenzstufen eingeteilt. Wer Kompetenzstufe 1 oder darunter erreicht, kann nur sehr einfache Aufgaben bewältigen – etwa eine grundlegende Rechnung nach einer klaren Anleitung durchführen oder eine Information aus einer Tabelle ablesen. Erst ab Kompetenzstufe 2 gilt das grundlegende Kompetenzniveau als erreicht. Schülerinnen und Schüler, die darunter bleiben, werden von der OECD als leistungsschwach beziehungsweise Risikogruppe bezeichnet.
Pisa steht für „Programme for International Student Assessment“ und ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Die erste Ausgabe mit Daten aus dem Jahr 2000 hatte den „Pisa-Schock“ ausgelöst: Die deutschen 15-Jährigen schnitten damals im Vergleich schlecht ab, zudem wurde ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen dargelegt. Es folgte eine heftige Bildungsreformdebatte. Danach ging es in den Pisa-Studien für Deutschland bergauf. Seit 2015 sinken die Werte wieder.