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Deutschland hat Pläne bekannt gegeben, eine Einrichtung zur Rückführung von Kunstwerken und Artefakten sowie menschlichen Überresten einzurichten, die im kolonialen Kontext erworben wurden.
Dem voraussichtlichen „Koordinierungsrat für die Rückgabe von Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten“ werden Vertreter der Zentralregierung, der 16 Bundesstaaten des Landes und verschiedener Kommunen angehören.
„Ziel ist es, Rückführungsprozesse möglichst transparent zu gestalten und die Kommunikation mit internationalen Partnern zu koordinieren“, heißt es in der Stellungnahme des Auswärtigen Amtes. Die Erklärung folgt auf ein Spitzentreffen, das letzte Woche in Berlin stattfand.
Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Bundesländern und der Bundesregierung im Jahr 2019 begann das Land mit aktiven Bemühungen zur Rückführung von im kolonialen Kontext illegal entwendeten Artefakten aus öffentlichen Sammlungen.
Kürzlich haben Länder wie Kamerun, Tansania, Ghana und Togo Rückkehrkomitees gegründet, die mit Deutschland kommunizieren, um die Rückgabe verschiedener Artefakte in ihre Heimatländer zu erreichen.
Im Jahr 2022 besuchte die damalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock Nigeria, um die ersten 20 Benin-Bronzen aus fünf deutschen Sammlungen zurückzugeben – eine Gruppe von in Nigeria heimischen Skulpturen, zu denen unter anderem verzierte Plaketten, Gedenkköpfe und persönliche Ornamente gehören.
„Wir machen einen längst überfälligen Schritt. Er wird nicht alle Wunden der Vergangenheit heilen“, sagte Baerbock mit Blick auf die Rückkehr der Bronzen im Jahr 2022. „Aber gemeinsam mit den Ländern, Städten und Museen zeigen wir, dass Deutschland seine Bemühungen zur Aufarbeitung seiner dunklen Kolonialgeschichte ernst nimmt.“
Die Bronzen wurden im 19. Jahrhundert zunächst von britischen Truppen aus Nigeria mitgenommen und zum Teil von deutschen Sammlern auf Auktionen in London ersteigert, so das Auswärtige Amt.
Mit dem Koordinierungsrat will Deutschland nun „ein wichtiges Signal senden, dass wir es mit der Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit ernst meinen“, sagte Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien.











